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Gräfelfing:Platz da

Alles für den Kunstrasen: Statt Plastikgranulat kommt umweltfreundlicher Kork zum Einsatz. Das Feld soll noch vor Weihnachten bespielbar sein.

(Foto: Stephan Rumpf)

Für knapp sieben Millionen Euro werden Gebäude und Außenanlagen des TSV saniert und erweitert

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Die Rundumerneuerung des Gräfelfinger Sportvereins TSV hat begonnen. Bagger tragen bereits Erdschichten ab, damit ein weiterer Kunstrasenplatz entstehen kann, das große Rasenspielfeld erhält einen neuen Untergrund, und Anfang 2021 startet die Sanierung des Vereinsheims. Insgesamt fast 6,9 Millionen Euro kosten die Baumaßnahmen. Der Sportbetrieb soll ungehindert weiterlaufen.

Eine wachsende Zahl an fußballbegeisterten Kindern und Jugendlichen machen eine Erweiterung der Spielstätte notwendig, erläuterte Christoph Göbel (CSU), Landrat und Präsident des TSV, am Montag. Etwa 18 Mannschaften zählt der Sportverein. Auf dem zweiten, dem neuen Kunstrasenplatz soll auch zu späteren Abendstunden, bis etwa 21 Uhr, Trainingsbetrieb stattfinden können, und das fast das ganze Jahr hindurch. Bei einer Platzgröße von 30 auf 60 Meter sei es zudem möglich, zwei Mannschaften gleichzeitig trainieren zu lassen. Als Bodenbelag wird moderner Kunstrasen verwendet, bei dem statt Plastikgranulat umweltfreundlicher Kork zum Einsatz kommt. Noch vor Weihnachten soll der Platz, der rund 800 000 Euro kostet, bespielbar sein.

Für den öffentlichen Bolzplatzbetrieb, wie er vom Gemeinderat gewünscht war, kann der neue Platz nicht freigeben werden, sagte Göbel. Dazu müsste er vom restlichen TSV-Gelände aus Versicherungsgründen abgegrenzt werden. Auch eine Beaufsichtigung der Spieler wäre nötig. Beides lasse sich nicht umsetzen. Denkbar sei jedoch ein Betrieb in Kooperation mit der Ganztagsschule. Parallel zu den Arbeiten am Kunstrasenplatz wird der große Rasenfußballplatz des TSV saniert. Durch erhebliche Unebenheiten gebe es Verletzungsgefahr, erläuterte Fußball-Abteilungsleiter Stefan Schmidt. Der Rasen bleibt erhalten, wird aber belüftet. Außerdem wird Sand eingebracht, so dass wieder eine ebene Fläche entsteht. Insgesamt fallen dafür rund 230 000 Euro an.

Die größte Baumaßnahme ist die Sanierung und der Umbau des Vereinsheims, das in den Achtzigerjahren errichtet wurde. Hier entstehen zusätzliche Umkleiden im Keller. Ein neues Foyer ist geplant, und umfangreiche Brandschutzauflagen, die das aktuelle Gebäude längst nicht mehr erfüllt, werden umgesetzt. In einem zweiten Bauabschnitt wird der Mitteltrakt, der Vereinsheim und Turnhalle verbindet, abgerissen und neu gebaut. Auch dort entstehen Umkleiden und ein barrierefreier Zugang.

780 000 Euro an staatlichen Zuschüssen kann der TSV für die Sanierung nutzen. Einen Großteil der verbleibenden Kosten trägt die Gemeinde. Der TSV will durch einen Spartenbeitrag für den Fußball insgesamt 120 000 Euro beisteuern, außerdem sollen 80 000 Euro an Spenden zusammenkommen.

© SZ vom 22.09.2020

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