Gräfelfing/Großhadern:Gute Gastgeber

Gräfelfing/Großhadern: Üben im Café: Schüler der Inklusionsschule Aktion Sonnenschein lernen, Gäste zu bewirten.

Üben im Café: Schüler der Inklusionsschule Aktion Sonnenschein lernen, Gäste zu bewirten.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Achtklässler trainieren im Praktikum die Kunst des Servierens

Von Annette Jäger, Gräfelfing/Großhadern

Erst mal ein paar Tennisbälle auf dem Tablett balancieren, dann Kaffeegeschirr; und schließlich ist die hohe Kunst des Servierens gefordert, wenn gefüllte Sektgläser zielsicher an den Tisch zu bringen sind. Schüler zwischen 13 und 17 Jahren haben an einem Coaching im Café "Gräfelfinger" am Bahnhofsplatz teilgenommen, um zu lernen, welche Handgriffe bei einer Servicekraft im Gaststättenbetrieb sitzen müssen. In der Folge wartet ein zweiwöchiges Praktikum in dem Lokal auf sie. Die Übungseinheit ist ein Projekt des Gräfelfinger Inklusionsvereins Traumwerker mit der Montessori Schule Aktion Sonnenschein in Großhadern, die ebenfalls inklusiv arbeitet.

Als die Traumwerker vor einem Jahr mit ihrem Übungscafé im "Gräfelfinger" an den Start gingen, erfüllte sich tatsächlich ein Traum für sie: Menschen mit und ohne Behinderung haben an drei Tagen pro Woche gleichberechtigt im Team gearbeitet, Bestellungen aufgenommen, die Kaffeemaschine betätigt und Gäste bewirtet. Doch die Corona-Pandemie hat das Projekt kurz nach dem Start ausgebremst: Der Kooperationspartner des Projekts, die Lebenshilfe Werkstatt, hat keine Praktikanten auf Außenarbeitsplätzen in der Gastronomien eingesetzt. Infektionsschutz ging vor. Das ist bis heute der Fall, sagt Sybille Madadkar, Vorsitzende der Traumwerker. Das Café-Konzept musste kurzerhand verändert werden, damit es ein Inklusionsprojekt bleiben konnte.

Neuer Kooperationspartner wurde die Montessori Schule in Großhadern, deren Schüler der achten Klassen zweiwöchige Praktika in dem Café absolvieren, das von Hans Schumacher betrieben wird. Darunter sind Kinder mit und ohne Förderbedarf. "Wir wollten auch beim Coaching inklusiv sein und gemeinsames und gegenseitiges Lernen von Schülern mit und ohne Förderbedarf verwirklichen", sagt Madadkar. Bevor die Schüler echte Gäste bewirten, haben sie am Montag ein Coaching bei Oliver Deiters gemacht, der von Katharina Zörner unterstützt wurde, der stellvertretenden Vorsitzenden der Traumwerker. In Rollenspielen haben die Schüler gemeinsam erarbeitet, worauf es ankommt beim Bedienen und Servieren, unter anderem sind ein paar neue Lerneinheiten in Sachen Pandemie dazugekommen: Tische desinfizieren und spezielle Hygieneregeln beachten.

© SZ vom 13.07.2021
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