Goldene Regeln "Depp, damischer!" ist erlaubt

Mit diesen zehn Verhaltenstipps haben Auswärtige in München ein leichteres Leben.

1 Versuche nicht, Bayerisch zu sprechen, wenn du es nicht kannst. Es klingt fürchterlich.

Wer das bayerische Idiom beherrscht, darf auch Tracht tragen.

(Foto: Foto: dpa)

2 Wer sich vordrängelt, wird bestenfalls mit Verachtung gestraft. Der Ruf "Lasst mich vor, ich bin BMW-Fahrer" hilft nur selten.

3 Trinkgeld unter zehn Prozent gilt entweder als Beleidigung oder als Herkunftsnachweis für NBL (neue Bundesländer).

4 Sage nie, dies oder das sei "bei uns zu Hause" schöner, besser, wunderbarer usw.; nur der Münchner darf über München lästern.

5 Kommt eine Tram, ein Bus, eine U-Bahn oder S-Bahn zu spät, nicht aufregen, München liegt bezüglich der Pünktlichkeit bundesweit mit an der Spitze des öffentlichen Personennahverkehrs.

6 Beantwortet ein Einheimischer deine Frage "Könnten Sie mir bitte sagen, wo es zum Haus der Kunst geht" mit "Ja, könnt ich schon", ist es dir erlaubt, "Depp, damischer" zu erwidern.

7 Gehe nicht mit dem Auto auf Sightseeing-Tour, parken ist teuer, falsch parken noch teurer.

8 Und wenn es dich doch erwischt hat, bitte nicht mit den Blauuniformierten streiten. Das geht nie gut aus.

9 Du solltest die Ansage der U-Bahnschaffner nicht missverstehen. "Bitte zurückbleiben" ist nicht das programmatische Motto für München, sondern gilt nur für Fahrgäste, die zu spät dran sind.

1 0 Ergänzend zu Punkt 1: Trage, wenn du schon wie ein Einheimischer aussehen willst, dezentes Loden. Echte bayerische Tracht, die nicht mit dem Idiom korrespondiert, kommt ziemlich blöd.

Dieser Beitrag entstammt dem Stadtführer "München" der Süddeutschen Zeitung - zu haben für 7,50 Euro am Kiosk.