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Szene München:Kurioses Hilfsgesuch in der Klenzestraße

Es passierte an einem Sonntag bei Felix, Hamburger Dialekt, groß, blond: Per Aushang sucht eine verzweifelte Person nach dem Gastgeber, bei dem ein Ring liegen blieb.

Jeder, der schon einmal eine größere Party bei sich zu Hause gefeiert hat, kennt das. Irgendwann sind die Gäste weg. Und dann tauchen beim Beseitigen der Verwüstung allerhand Utensilien auf, die vor der Party nicht zum Inventar gehörten: Schals und Sonnenbrillen, Handys und Schlüssel, T-Shirts und Socken, die Bürokollegin fand sogar mal eine Blockflöte - was man eben so ablegt im Laufe einer guten Party. Tags drauf melden sich dann die Gäste und fragen mit belegter Stimme, ob sie was liegen lassen haben. So weit, so einfach.

Der Fall, um den es hier geht, liegt komplizierter - obwohl es um ein Treffen von nur zwei Personen geht, von denen eine etwas bei der anderen liegen lassen hat. Die genauen Umstände aber liegen offenbar hinter einem Schleier verborgen. So dicht ist der Schleier, dass der oder die eine Beteiligte nicht einmal mehr weiß, wo genau sich der Verlust ereignet hat. Eine Telefonnummer liegt wohl auch nicht vor.

Und so versucht die verzweifelte Person nun, sich mit einem Aushang zu helfen. Der Mann, der als @glockentweet viele hübsche Beobachtungen aus dem Quartier zwischen Gärtnerplatz und Glockenbach twittert, hat den Zettel an der Ecke Fraunhofer-/Klenzestraße fotografiert.

Oben springen einen ziemlich große Lettern an: "FELIX". Und weiter: "An alle, die nicht so heißen, keinen Hamburger Dialekt beherrschen, nicht groß und nicht blond sind: Bitte lassen Sie sich nicht stören." Aber demjenigen, der sich angesprochen fühlen soll, schreibt die Person: "Ich habe vergangenen Sonntag meinen Ring bei Dir liegen lassen und hätte ihn gern wieder. Bitte melde Dich unter: seikeindieb@gmail.com. Danke."

Wer das liest, dem kommen Fragen: Unter welchen Umständen der Ring wohl abgestreift wurde? Und von wem? Ob es sich um ein besonders großes und deshalb störendes Exemplar gehandelt hat? Die Antworten kennt vermutlich nur Felix. Und besser noch, ihm bietet sich nun eine ziemlich einmalige Gelegenheit: dem Gegenüber schon beim zweiten Date einen Ring anzustecken.