Benefizlauf „Giro di Monaco“„Wer ausgrenzt, verliert“

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„Nur gemeinsam läuft's“, lautet ein Motto des Giro di Monaco. Statt eines Meers blauer Trikots wie 2025 wird man heuer beim Giro di Monaco wohl ein deutlich bunteres Teilnehmerfeld sehen.
„Nur gemeinsam läuft's“, lautet ein Motto des Giro di Monaco. Statt eines Meers blauer Trikots wie 2025 wird man heuer beim Giro di Monaco wohl ein deutlich bunteres Teilnehmerfeld sehen. Johannes Simon

Am Lauf für Geflüchtete beteiligt sich der FC Bayern München wieder – und feiert am selben Tag seine Meisterschaft auf dem Rathausbalkon. Prominente Künstler machen Stimmung für Tausende Teilnehmer und Zuschauer.

Von Michael Zirnstein

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Die Fußballerinnen und Fußballer des „Bellevue di Monaco“-Teams eint das tatendurstige Lächeln, ansonsten sehen sie eher nicht aus wie eine Mannschaft. Dazu sind sie alle zu unterschiedlich, und ebenso die Trikots, die sie hier auf dem Dach-Bolzplatz des Bellevue-Hauses als Models vorführen: In jeweils anderen bunten Blockfarben und mal mit Sternen, mal mit Zickzack, Kreisen, Herzchen oder Karos sehen die eher aus wie Rennrad-Shirts, nicht wie Laufleibchen. „Wie Jockey-Hemden!“, erklärt Grisi Ganzer vom Bellevue-Team, der die diesjährige Kollektion nach auffälligem Vorbild britischer Pferderennställe designt hat. 6000 Stück hat er bestellt, 20 verschiedene Motive gibt es, da ist für jede und jeden was dabei, und so soll es ja auch sein: „Vielfalt statt Einfalt – nur gemeinsam läuft’s“ steht auf den Plakaten des Benefizlaufes. Auf dem bewegen sich viele Piktogramm-Männchen in den bunten Hemden in dieselbe Richtung.

Ob man die fünf Kilometer lange Strecke einmal um den Altstadtring im Jockey-Trikot auch mit seinem eigenen Pferd absolvieren dürfte? Bei der Frage muss der Bellevue-Chef-Designer passen. Immerhin sind auf dem Plakat nicht nur Läufer, sondern auch Teilnehmer mit Radln, Rollbrettern, Rollstühlen und sogar Rasenmähern abgebildet. Und Till Hofmann aus dem Vorstand des Bellevue di Monaco sagt bei der Pressekonferenz zum Giro 25, man könne auch seinen Dackel über die Strecke „tragen oder an der Leine mitziehen“.

Die Botschaft des Benefizlaufs zugunsten Geflüchteter ist klar:  Alle dürfen und sollen mitmachen bei diesem Stadtgewimmel, wie in der Ausschreibung steht. „Groß und Klein, Jung und Alt, Dick und Dünn, Schnell und Langsam, Einheimisch und Zuagroast, Divers und Straight, Abled und Disabled. Es geht nicht um Höchstleistungen, sondern um das Miteinander.“ Daher gibt es keine Startnummern und auch keine Zeitmessung, nur die pure Lust am gemeinsamen Laufen. Nach dem Start um 11 Uhr hat man zwei Stunden Zeit, ins Ziel zu kommen, je früher man allerdings da ist, umso mehr kann man vom prominent besetzten Kulturprogramm genießen.

Ein bisschen Ehrgeiz freilich ist erlaubt, bei der Pressekonferenz versteckt hinter etwas Fitness-Koketterie. So berichtete Dominik Krause von einer früheren Giro-Teilnahme, wo er gemeinsam mit dem Bellevue-Vorsitzenden und Kleinkunst-Veranstalter Till Hofmann gestartet sei. „Der hat dann aber nach 400 Metern die Lust verloren und sei davongelaufen.“ Trotzdem freut sich Krause sichtlich, wieder dabei zu sein, diesmal sogar als Schirmherr. Ein Ehrenamt, aber auch eine Ehrensache für den neuen Oberbürgermeister: Der Giro di Monaco habe nun in seinem fünften Jahr schon Tradition. „Wir setzen ein Zeichen für Weltoffenheit und ein tolerantes München“, sagt Krause.

Stimmung im Start-Ziel-Bereich: Auf der Doppeldeckerbus-Bühne treten wieder bekannte Künstler auf, wie 2025 „Monobo Son“.
Stimmung im Start-Ziel-Bereich: Auf der Doppeldeckerbus-Bühne treten wieder bekannte Künstler auf, wie 2025 „Monobo Son“. Johannes Simon

Dem können sich alle Teilnehmer der Pressekonferenz anschließen. Unter anderem Herbert Hainer. Der Präsident des FC Bayern München ist an einem der bisher wichtigsten Tage der Saison extra die fünf Stockwerke aufs Bellevue-Hauptquartier hochgestiegen, nur ein paar Stunden vor dem Champions-League-Halbfinalrückspiel gegen Paris. Aber ihm und seinem Verein ist der Giro di Monaco eben wichtig, dem man sich seit Jahren mit der eigenen Kampagne „Rot gegen Rassismus“ anschließe.  So wie bei Workshops in Schulen erklärt Hainer auch hier: „Was wäre München ohne Spieler wie Olise, Kane, Diaz? Die bringen nicht nur Qualität mit, sondern bereichern die Stadt auch kulturell. An alle Kräfte, die die Gesellschaft spalten wollen: Wer ausgrenzt, verliert.“ Die Aussage deckt sich mit den Zielen der Flüchtlings-Helfer vom Bellevue die Monaco, welche wiederum Jovana Damnjanović, Stürmerin des FC Bayern und serbische Nationalspielerin, voll unterstützt: „Toll, was ihr macht!“

Bellevue und die Bayern werden jedenfalls am Sonntag, 17. Mai, gemeinsam viel zu Feiern haben: vormittags von 10 Uhr an wird das große Laufereignis bis 13 Uhr über die Bühne gehen, nachmittags lassen sich die Spieler des FC Bayern München als Deutsche Meister auf dem Rathausbalkon bejubeln.

Jeder darf mitmachen: Ob als Clown auf dem Einrad ...
Jeder darf mitmachen: Ob als Clown auf dem Einrad ... Stephan Rumpf
... oder Bär des FC Bayern München.
... oder Bär des FC Bayern München. Stephan Rumpf

Die Stimmung in München dürfte an diesem Sonntag blendend sein, dafür sorgen auch einige prominente Künstler im Start-und-Ziel-Bereich auf der Bühne in der Papa-Schmid-Straße: Die Rapperin Gündalein wird positive Vibes senden, der Comedian Simon Pearce gute Laune verbreiten (bevor er selbst zusammen mit seinem Sohn auf die Strecke geht), Caro Matzko moderiert, und Hannes Ringlstetter spielt mit seiner Band. Für ihn ein Highlight, wie er sagt: „Ein Wahnsinn, Tausende Leute mit glücklichen Gesichtern zu sehen. Und alle haben in der Birne nur gute Gedanken, nicht Challenge oder Sieg.“

„Vielfalt statt Einfalt“ präsentieren bei der Pressekonferenz zum Giro auch (oben, von links) Jovana Damnjanović, Herbert Hainer, OB Dominik Krause, Till Hofmann, Hannes Ringlstetter, Barbara Bergau und Simon Pearce.
„Vielfalt statt Einfalt“ präsentieren bei der Pressekonferenz zum Giro auch (oben, von links) Jovana Damnjanović, Herbert Hainer, OB Dominik Krause, Till Hofmann, Hannes Ringlstetter, Barbara Bergau und Simon Pearce. Grisi Ganzer

Ein Ziel gibt es aber doch: 125 000 Euro will man erlaufen. „Es geht ja auch um die monetäre Unterstützung für Geflüchtete“, erklärt Schirmherr Dominik Krause. Fast 90 000 Euro sind schon beisammen. Der Rest oder mehr soll auch durch die Start-Trikots zusammenkommen, die im Kelleratelier des Bellevue die Monaco ausgeteilt werden (Montag bis Samstag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 16 Uhr, Zugang übers Café, Müllerstraße 2). Der Nachhaltigkeit wegen könne man freilich auch in den Shirts der Vorjahre mitlaufen. Spenden sind dennoch sehr erwünscht, oder, wie Till Hofmann sagt, gerne auch der Eintritt in die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco, die derzeit 1000 Mitglieder hat.

Giro di Monaco Lauf, Benefiz-Lauf über den Münchner Altstadtring, Sonntag, 17. Mai, 10 Uhr, Öffnung des Start-Ziel-Geländes, 10.50 Uhr Startaufstellung und Warm-up mit Musik, 11 Uhr Start, bis 13 Uhr Verpflegung und Bühnenprogramm

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