Gin City Wer Gin mag, wird diese Bar lieben

Schön bunt von außen und innen eher schlicht präsentiert sich das Gin City hinter dem Ostbahnhof

(Foto: Alessandro Podo)

Die Bar Gin City hat sich auf den Schnaps spezialisiert. Im Werksviertel will sie 100 Sorten anbieten - auch aus München.

Von Isabel Meixner

Der Gin ist heute das, was vor Jahren der Hugo war oder der Aperol Spritz: ein Modegetränk, das aus dem Münchner Nachtleben kaum mehr wegzudenken ist. Bekannt geworden mit seinem Dauerbegleiter Tonic, haben Barkeeper längst entdeckt, dass sie ihn auch mit allerlei anderen Getränken mischen können und dafür, ganz nebenbei gesagt, auch einen stolzen Preis verlangen können.

Die Bar Gin City ist ebenfalls auf den Gin-Trend aufgesprungen. Anfang Juli hat sie im Werksviertel am Ostbahnhof eröffnet und sich zum Ziel gemacht, den "Gin aufs Gelände zu bringen", wie es Betreiber Alexander Baehr formuliert. Die Voraussetzungen sind gut: Das Areal mit Discos wie dem Willenlos ist dem Partyvolk bestens vertraut, und außerdem entsteht hier ein aufstrebendes Viertel, das in den nächsten Jahren allerlei Kreative, Firmengründer und junge Menschen in den Münchner Osten ziehen soll.

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Auch Gin City ist ein Stück weit noch im Entstehen begriffen: In dem blau erleuchteten Glasregal hinter dem Tresen stehen derzeit 40 verschiedene Gin-Sorten, es sollen einmal 100 werden. Derzeit hat die Bar an zwei Tagen in der Woche geöffnet, freitags und samstags zwischen 21 und 2 Uhr.

Nach den Ferien und dem Oktoberfest, wenn wieder mehr Menschen in der Stadt und auch abseits der Theresienwiese und der Innenstadt unterwegs sind, soll sich das ändern, dann können Gäste Dienstag bis Samstag von 17 Uhr an in die Bar am sogenannten Knödelplatz kommen. Dort ist sie in zwei zusammengesetzten Schiffscontainern untergebracht, wie sie auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände seit Jahresbeginn stehen.

Die Einrichtung ist schlicht gehalten: An den grau-blau gestrichenen Wänden hängen Tafeln mit den verschiedenen Gin-Sorten, darunter können die Getränke auf einem schmalen Wandtresen abgestellt werden, das Licht ist bläulich gedimmt. Die Glastüren sind in der Regel zur Seite geschoben, sonst heizt sich der Container zu schnell auf. Die Stühle an der Bar und an den wenigen Stehtischen sind krachrot, aber wenn es voll wird, stehen die meisten Gäste aus Platzgründen ohnehin.

Im Angebot finden sich neben bekannten Sorten wie Bombay Sapphire oder Tanqueray (8,50 Euro) auch Spirituosen von Münchner Herstellern. Den Gin "Feel" schenkt Barkeeper Ralf Saponara zum Beispiel gerne klassisch mit Tonic Water aus, den Munich Mule gibt es mit The Duke Munich Gin und Spicy Ginger Beer.

Wer es fruchtiger mag, kann einen Orange Blossom mit Brockman's Gin bestellen. Statt mit Eiswürfeln wird der Drink gerne auch mit einer Eiskugel serviert, in der Früchte enthalten sind, zum Beispiel Himbeeren. Diese Drinks kosten wie die meisten Gin-Mischungen 10,50 Euro, wenige gibt es für 8,50 Euro, ein paar noch für 12,50 Euro. Und wer nichts mit dem derzeitigen Trend-Getränk anfangen kann: Es gibt auch Wodka- und Whiskey-Drinks. Und Hofbräu-Bier (3,80 Euro).

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