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Giesing:Kunst ohne Ort

Stele fürs Sechzgerstadion lagert seit Jahren unter der Westtribüne

Von Julian Raff, Giesing

Für echte Löwenfans ist das Stadion an der Grünwalder Straße an sich schon ein Kunstwerk und Denkmal. Schaden kann ihm ein Stück Kunst am Bau aber sicher auch nicht, vor allem nicht, wenn es schon seit gut acht Jahren existiert und nur noch passend platziert werden müsste. Zum 101. Geburtstag des geliebten "Greawoida" im Sommer 2012 hatten Steinmetz Bernd Stepp und sein Künstlerkollege Stefan Kirsch eine steinerne Stele kreiert, darin eingraviert der für 60er-Fans allzu oft nachfühlbare Sinnspruch "Heimat ist, wo das Herz weh tut!".

Das gut zwei Meter hohe, von einem kleinen Flutlichtmasten gekrönte Monument stand nach einer ausgelassenen, gut besuchten Enthüllungsparty bis Oktober 2012 am Hans-Mielich-Platz. Der Verein "Freunde des Sechzgerstadions" und die Bürgerinitiative "Mehr Platz zum Leben" setzten sich dann dafür ein, die Stele im oder am Stadion aufzustellen und bekamen eine städtische Zusage. Zur allgemeinen Enttäuschung lagerte das Kunstwerk im Sommer aber noch in einem Abstellraum unter der Westtribüne, umgeben von Sperrmüll und Abfallcontainern.

Der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching (BA) schlägt nach einem Ortstermin vier Standorte vor: Platz hätte die Stele entweder rechts vom Osteingang innerhalb des Zauns oder links davon, außerhalb des Stadiongeländes bei einem Baum. Alternativ könnte sie auf der Mauerkrone über den Kassen und der Stadion-Aufschrift stehen oder innerhalb der Arena, auf dem ehemaligen Basketballplatz zwischen Tor und Westkurve. Eine Antwort der Stadt steht aus, BA und Fans planen dieses Jahr weitere Anläufe.

© SZ vom 07.01.2021
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