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Giesing:Genossen neben dem Glasdach

Schmuckfoto München Ost. U-Bahn-Station St.-Quirin-Platz

Potenzial für Wohnungsbau sieht eine Genossenschaft im Umfeld der U-Bahnstation am St.-Quirin-Platz.

(Foto: Florian Peljak)

"Kooperative Großstadt" regt Bauprojekt am St.-Quirin-Platz an

Am St.-Quirin-Platz kann man unter einem eleganten Glasdach stilvoll auf die U-Bahn warten. Oberirdisch bietet die Fläche an der Grenze zwischen Obergiesing und Neuharlaching aber, vorsichtig gesagt, Potenzial zur Nutzung und Aufwertung. Ein Auge auf den westlich des McGraw-Grabens gelegenen, halboffiziellen Park-and-ride-Platz geworfen haben nun sowohl die Stadtviertelpolitiker, als auch die junge Wohnbaugenossenschaft "Kooperative Großstadt".

Deren Vertreter Johannes Boos und Markus Sowa bekundeten im Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching erstmals öffentlich Interesse an der städtischen Fläche. Natürlich erwartet die Genossenschaft, bisher bekannt durch Projekte in der Messestadt Riem und in Freiham, kein Geschenk. Vielmehr solle die Stadt, ihrer Vorstellung nach, das Grundstück zur genossenschaftlichen Bebauung ausschreiben, sodass sich auch andere, ähnlich organisierte Träger bewerben können.

Die Idee bekannt machen und öffentlich zur Diskussion stellen, will die Kooperative Stadt auf einem Straßenfest am 15. und 16. September. Wie Boos und Sowa erklärten, gehört genossenschaftliches Bauen und Wohnen ihrer Meinung nach nicht nur in Neubaugebiete am Stadtrand, sondern auch in dicht bebaute Viertel wie Giesing. Andererseits, so Boos, wolle man auch nicht den Eindruck aufkommen lassen, es gehe nur darum, sich günstig ein "Filetstück" in der Innenstadt zu sichern. Auf einem schmalen Streifen, zwischen mehrspurigen Straßen in einer der verkehrsreichsten Ecken der Stadt gelegen, handelt es sich, wie Sowa einräumte, um ein planerisch "sehr anspruchsvolles Grundstück".

Der BA stellte sich einstimmig hinter das Vorhaben. Bei den eigentlich zuständigen Kollegen in Obergiesing haben sich Sowa und Boos noch nicht vorgestellt, sie dürften dort aber offene Türen einrennen: Das Gremium hatte zuletzt auf Initiative der Freien Wähler günstigen Wohnraum in einem Stelzenbau über den Stellflächen angeregt - als Vorbild dient der Bau über dem Parkplatz des Dantebads. Mit Begrünung des Baukörpers und Erhalt der Bäume ließe sich die Schadstoff- und Lärmbelastung dort ein wenig abmildern, wie dies der BA auf Antrag der Grünen schon zuvor gefordert hatte.