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Giesing: Agfa-Gelände:Ein weißer Tower weist zur neuen Mitte

Das alte Agfa-Gelände in Giesing wird wiederbelebt - und der Grundstein für das "Parkviertel Giesing" gelegt. Hier entstehen auf einer Fläche von zehn Hektar bis zu 1200 Wohnungen.

Wolfgang Schmidt

Jahrzehntelang war das Gelände ein Giesinger Wahrzeichen - jetzt wird das Areal zum "Giesinger Herzstück". Christoph Heidenhain vom Quartiersmanagement der Sozialen Stadt Giesing gerät ins Schwärmen, wenn er über die Wiederbelebung des ehemaligen Agfa-Geländes und die Grundsteinlegung für das "Parkviertel Giesing" redet, die am Donnerstag über die Bühne geht.

Und weil die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) als Sanierungsträger der Stadt und die Büschl-Unternehmensgruppe als Projektentwickler Hand in Hand gearbeitet haben, ist nicht nur eine Festivität für die Honorationen drin, sondern ein richtiges Bürgerfest, das sich bis Samstag ausdehnt.

Rund 12,5 Hektar ist das Gelände groß, insgesamt werden 140.000 Quadratmeter Geschossfläche realisiert. Gewissermaßen als Symbol für die neue Zeit entstand entlang der Tegernseer Landstraße der "Giesinger". Er verteilt auf 15 Stockwerken 13.000 Quadratmeter Geschossfläche und markiert als weißer Tower Giesings neue Mitte - ist also sozusagen das Eingangstor zum Münchner Südwesten. Hinter dem Gewerbekomplex mit Büros und Hotelbetrieb wächst ein für die Stadtplanung besonders wichtiges Projekt: das sogenannte Parkviertel Giesing.

Hier entstehen auf einer Fläche von zehn Hektar bis zu 1200 Wohnungen "mit spannender Architektur", wie die MGS verspricht. Neben der Büschl-Gruppe, die auch für den Tower verantwortlich zeichnet, werden die Demos Wohnbau, die Induwo Wohnbau sowie die Firma Bauwens einzelne Abschnitte der Wohnbebauung übernehmen. Gut versorgt werden die neuen Bewohner aller Voraussicht nach auch sein. So stehen drei Kindertagesstätten, Supermarkt und Restaurant, Cafés, Arztpraxen, eine Apotheke sowie verschiedene Läden auf dem Bauprogramm.

Dass am Donnerstag um 13 Uhr zum "Anpfiff in Giesing" geladen wird, kann man getrost als Erfolg des Städtebauförderprogramms "Soziale Stadt" verbuchen. Von den Veranstaltern wird dabei mehrgleisig gefahren. Während bis 15Uhr der obligatorische offizielle Teil mit Grundsteinlegung und Reden von OB Christian Ude sowie des Bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon stattfindet, können die Bürger parallel schon im Weißenseepark feiern.

Anschließend soll es fließend zum mehrtägigen großen Freiluftkickern quer durch den Stadtbezirk übergehen. Sofern die Zeit es erlaubt, so die Hoffnung von Quartiermangager Heidenhain, sollen Ude und Büschl sich zum Auftakt miteinander messen. Organisiert wird "Giesing kickt" von der Kolping-Jugend, die sich bei der Organisation von "Giesing rockt" erfolgreich die Sporen verdient hat.

Neben Spielerischem und Kulinarischem soll aber die Information nicht ganz auf der Strecke bleiben. Vorgesehen ist eine Dokumentation über den Abriss des Agfa-Geländes, von 16.30 Uhr an wird ein etwa halbstündiges Podium zur Sozialen Stadt angeboten und zwar mit Leuten, die im Viertel aktiv sind - unter anderem mit Martin Rothenaicher, dem Leiter der Ichoschule, und Engelbert Dirnberger, dem Vikar von Heilig Kreuz Giesing. Heidenhain sagt, man wolle durch die "Gesichter vor Ort" die Bürger mitnehmen - über Menschen, zu denen sie einen Bezug hätten.

Freitag und Samstag werden an das große Fest noch zwei Tage drangehängt: Das Kickerturnier geht ins Stadtviertel hinein. Um teilnehmen zu können, muss man der große Crack nicht sein: Vor Heilig Kreuz, der Tela-Post, am Pöllatpavillon und am Freitag an der Kesselberg-/Ecke Raintaler Straße im Zusammenspiel mit der Aktion "Bank und Baum" kann jeder auch noch Preise gewinnen. Am Pöllatpavillon wartet in Form von "piano possibile" eine besondere Überraschung auf die Gäste: Samstags wird es zwischen 10 und 14 Uhr Kicker-Spiele geben, die auf eine Leinwand projiziert und gleichzeitig mit Live-Musik untermalt werden.

© SZ vom 25.05.2011/bica

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