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Gesundheitswesen:Mehr Pfleger und Ärzte ausbilden

Immer mehr ausländisches Personal in Kliniken bedeutet auch, dass in Deutschland zu wenig ausgebildet wird

"Multikulti im OP" vom 9. Oktober, ein Bericht über eine wachsende Zahl von ausländischem Personal in Kliniken:

Ich bin Jahrgang 1947, war lange Lehrerin an Grundschulen und komme jetzt in das Alter, in dem ich immer mehr von Ärzten abhängig bin. Meine Enkelin, Jahrgang 2000, hat nicht die in Erlangen (unsere nächstgelegene Uni, an der mein Mann 1972 das Arztexamen abgelegt hat) verlangte Abinote von 0,9. Sie hat auch keine Eltern, die ihr ein Studium finanzieren könnten. Sie wächst seit sechs Jahren bei mir auf, hat in der Zeit ihr Abitur gemacht und wartet sehnlichst auf einen Studienplatz in Humanmedizin.

Sie absolviert derzeit eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester mit all den Miseren, die die Süddeutsche wiederholt beschrieben hat. Alles ist wahr! Die jungen Leute werden aus den verschiedensten Gründen abgeschreckt, den Pflegeberuf zu ergreifen! Soweit das Private.

Aber: Ich bin Bürgerin in Deutschland (Bayern) und möchte nicht erleben, dass unser Gesundheitswesen an die Wand gefahren wird. Ich lasse mich nicht abspeisen mit Ärzten zweifelhafter Herkunft. Wobei ich nicht im Geringsten etwas gegen Ausländer habe. Aber ich habe bereits 2010 an der Erlanger Universitätsklinik als Patientin erlebt, dass mein Mann anlässlich meiner Hirntumor-OP (bestens verlaufen) der Stationsärztin (slowenischer Akzent) mit Fachbegriffen aushelfen musste. Nicht jeder Patient hat einen professionellen Beistand. Ich hatte Glück, aber wie ist es mit Patienten ohne Fachwissen, ohne Angehörige, die nachhaken, wenn etwas unklar ist?

Warum bildet Deutschland seine Ärzte, die benötigt werden, nicht aus? Die Ausrede, dass keine klinischen Plätze für die Ausbildung zur Verfügung stehen, kann sich Deutschland aber wirklich nicht länger leisten! Der Griff in die Trickkiste ist längst überholt. Maria Schwabel, Zirndorf