Süddeutsche Zeitung

Gesundheit in München:Wer sich jetzt gegen Influenza impfen lassen sollten

Die Professorin für Virologie Ulrike Protzer rät Menschen ab dem 60. Lebensjahr, Schwangeren und Personen mit einer chronischen Krankheit zu einer Impfung. Sie hofft, dass genug Impfstoff vorhanden ist.

Weniger Sonnenlicht, mehr Viren, lautet eine Faustregel. Denn Viren vertragen keine Sonne und trocknen in der sommerlichen Wärme schnell aus. Mit sinkenden Temperaturen und kürzeren Tagen aber steigt die Gefahr, krank zu werden. Zeit, an eine Grippeimpfung für den Winter zu denken. Weil sich die Eigenschaften der zirkulierenden Influenzaviren stetig verändern, wird für jede Saison die Stammzusammensetzung der Impfstoffe angepasst. Zur Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit in unseren Breiten schaut man deshalb, welche Erreger auf der Südhalbkugel während der Winterzeit, also wenn bei uns Sommer ist, unterwegs sind. Aus diesen Erkenntnissen wird der Impfstoff entsprechend entworfen.

Die genaue Zusammensetzung wird jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Die Bundesregierung schließt dann entsprechend Verträge mit Pharmafirmen ab, die mehr oder weniger dieselben Seren produzieren. Sie unterscheiden sich allerdings in ihren Wirkstoffverstärkern, so Ulrike Protzer, Professorin für Virologie an der Technischen Universität München und Direktorin des Helmholtz-Zentrums. Viel entscheidender ist die Frage, ob genug Impfstoff vorhanden ist. "Wir hoffen, dass er reicht", sagt die Virologin. Wie schwer eine Saison werde, könne man nicht vorhersagen. Es kann also durchaus sein, dass ab Januar die Nachfrage steigt.

Wie die Ständige Impfkommission (Stiko) rät auch Protzer bestimmten Personengruppen, sich jedes Jahr ab Herbst impfen zu lassen. Dies sind Menschen ab dem 60. Lebensjahr, Schwangere, Personen mit einer chronischen Krankheit wie etwa Diabetes und Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen. Außerdem allen, die viel mit anderen Menschen in Kontakt kommen, vor allem mit älteren oder kranken Menschen, und sich viel in geschlossenen Räumen aufhalten, was die Schleimhäute austrocknet. Anders als noch vor einigen Jahren wird heuer überwiegend ein Vierfach-Vakzin verabreicht mit Bestandteilen von zwei Influenza-A-Varianten und zwei Influenza-B-Varianten. Denn der übliche Dreifach-Wirkstoff hat in der Vergangenheit nicht mehr ausreichend geschützt.

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Quelle:
SZ vom 22.10.2018/khe
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