GeschichteMünchens Schwimmbäder - ein Quell von Lust, Frust und Sehnsucht

In seinem Buch "Badelust in München & Oberbayern" schildert Karl Stankiewitz die Historie der städtischen Bäder - und das Verhältnis der Münchner zum Wasser.

Von Inga Rahmsdorf

In Münchner Bädern liegt stets eine Rebhuhnfeder bereit. Schluckt ein Badegast zu viel Wasser, kitzelt man ihn damit am Gaumen, und ist die Rettungsaktion erfolgreich, erbricht er das Wasser. Zudem dienen ein Fläschchen Salmiakgeist und etwas Tabak zur Wiederbelebung des Verunglückten. Ein gerades und ein krummes Blasrohr zur Beatmung sowie ein weißer wärmender Wollmantel gehören ebenfalls zu dem Notfall-Rettungspaket.

Erfreulicherweise ist das keine aktuelle Bestandsaufnahme der Münchner Frei- und Hallenbäder, sondern ein Blick etwa 500 Jahre zurück in die Geschichte. Mindestens fünf Bäder in der Stadt besaßen Ende des 15. Jahrhunderts solche Rettungsutensilien, schreibt Karl Stankiewitz. Der Münchner Journalist und Autor hat der Badelust ein ganzes Buch gewidmet. "Badelust in München & Oberbayern" bietet einen kulturgeschichtlichen Rückblick vom Mittelalter bis heute. Vom Hofbad über das Volksbrausebad bis hin zur Wellness-Oase. Stankiewitz schildert die Entwicklungen rund um das Wasser anhand von kuriosen Anekdoten, Fakten und politischen Debatten, veranschaulicht mit historischen und aktuellen Fotos.

(Im Bild: das Ungererbad)

1. August 2017, 16:462017-08-01 16:46:50 © SZ vom 01.08.2017/vewo