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Geschäft mit Dirndln und Lederhosen:Pop-up-Stores sind Konkurrenz

Was Munz Sorgen bereitet, sind die sogenannten Pop-up-Stores, die pünktlich zur Trachtensaison in der gesamten Innenstadt für ein paar Wochen eröffnen. Sie bieten Dirndl schon für 30 Euro. Besonders Touristinnen und Teenager greifen da gerne zu trotz der meist minderen Qualität. "Diese Anbieter sind Trittbrettfahrer, die sich mit Tracht nicht auskennen", sagt Munz.

Auch Nikolaus Neusiedl hat keine allzu positive Meinung von der Billigkonkurrenz. Der Geschäftsführer von Leder Fischer setzt darauf, dass sich das Problem von selbst löst. "Die sind so schnell weg, wie sie gekommen sind. Schließlich wird der Bedarf an Billigdirndln irgendwann gedeckt sein", sagt er. Im Schaufenster seines Geschäfts gleich neben dem Karlstor präsentieren Puppen bunte Dirndl in Grün, Rot oder Lila. Neusiedl hat im ersten Stock eine Trachtenabteilung eingerichtet - das Angebot ist auch hier zeitlich begrenzt. Von Mai bis Oktober verkauft das Familienunternehmen Tracht, im Winter müssen Dirndl und Lederhose dann den Lederjacken weichen. Leder Fischer verkauft das günstige Mitnahmedirndl für die Reisende ebenso wie die Hirschlederne für den traditionsbewussten Münchner.

Reise in Tracht

Im Dirndl um die Welt

Auch Seiteneinsteiger drängen auf den Markt. Zum Beispiel Gina Rehle. Seit Juni betreibt sie einen der Pop-up-Stores, über die die Marktführer gerne lästern. Doch dem gängigen Vorurteil entspricht die Unternehmerin nicht ganz. Natürlich will Rehle wie die anderen Geld verdienen. Sie habe sich ein unkompliziertes Geschäftsmodell ohne großen Kostenaufwand gesucht, sagt sie. Rehle vermietet Teile ihres Ladens an Jungdesigner wie CocoVero, Caro Lin Couture und Lena Hoschek. Mit den Mieteinnahmen finanziert Rehle, die sonst eine Handelsagentur für alpine Mode betreibt, Personal und Miete.

Billigware gibt es bei ihr nicht. "Wir wollen uns mit einem schlüssigen Konzept und guter Beratung von den Mitbewerbern abheben", sagt sie. Bis Ende Oktober ist der Laden geöffnet, dann will sie die Räume in einen Showroom umwandeln oder untervermieten. Im Frühjahr 2014 möchte Rehle aber wieder dabei sein, wenn die Trachtenverkaufsschlacht beginnt: "Es ist lukrativ."