Gericht Fußballer Vidal muss 800 000 Euro Strafe zahlen

Der Fußballer dürfte die Geldstrafe verkraften.

(Foto: AFP)
  • Vor etwa einem Jahr feierte der Fußballer Arturo Vidal gemeinsam mit seinem Bruder in der Diskothek "Crowns Club" in der Rosenheimer Straße.
  • Bei einer Auseinandersetzung sollen die Vidals gleich drei Männer tätlich angriffen haben, mit Folgen der schweren Körperverletzung.
  • Beide müssen eine Geldstrafe zahlen.
Von Nico Horn

Der Hauptdarsteller dieses Gerichtsverfahrens fehlte. Arturo Vidal, 31, aktuell Fußballer beim FC Barcelona, ließ sich von seiner Verteidigerin entschuldigen. Er sei beruflich verhindert, schließlich "hat er Spiele", wie es in der Mitteilung hieß. Klar, Vidal hatte seiner Ansicht nach Besseres zu tun, als Mittwochmittag im Münchner Amtsgericht zu sitzen, er spielte wenige Stunden zuvor mit der chilenischen Nationalmannschaft in Mexiko. Die Versammelten im Sitzungssaal 124, darunter auch die vier geladenen Zeugen, waren umsonst gekommen. Auch der Mitangeklagte Sandrino Vidal, Arturos jüngerer Halbbruder, hielt es nicht für nötig zu erscheinen.

Dabei sind die Vorwürfe gegen die Chilenen nicht zu unterschätzen: Vor etwa einem Jahr feierte er gemeinsam mit seinem Bruder in der Diskothek "Crowns Club" in der Rosenheimer Straße. Morgens um kurz vor halb drei soll es laut Anklage zu einer Auseinandersetzung gekommen sein, in deren Zuge die Vidals gleich drei Männer tätlich angriffen. Zwei der Opfer hätten sie mehrfach mit der Faust auf Oberkörper und Kopf geschlagen. Die entstandenen erheblichen Verletzungen seien von den Angeklagten, so die Staatsanwaltschaft, bewusst und willentlich in Kauf genommen worden. Der Vorwurf gegen Vidal lautete deshalb: gefährliche Körperverletzung.

Schon einmal in eine Disco-Schlägerei verwickelt

Vidal ist schon öfter negativ aufgefallen. Zum Zeitpunkt der Schlägerei, die nun in München verhandelt werden sollte, spielte Vidal für den FC Bayern, erst diesen Sommer wechselte er nach Spanien. Davor spielte er unter anderem für Juventus Turin. In dieser Zeit war der Mittelfeldspieler schon einmal in eine Disco-Schlägerei verwickelt. Zudem kam er in Polizeigewahrsam, als er betrunken einen Unfall baute.

Nachdem Vidal dem Gericht schon vorab angekündigt hatte, dass er nicht anreisen könne, wurde er wie sein unentschuldigt fehlender Halbbruder in Abwesenheit verurteilt. Das Gericht folgte dabei dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Da die Angeklagten zur Tatzeit wohl unter Alkoholeinfluss standen, wertete das Gericht die Schlägerei als Fall "leichter Kriminalität", was eine Verurteilung ohne mündliche Hauptverhandlung möglich machte.

Für Vidal wurde eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 10 000 Euro, also insgesamt 800 000 Euro festgesetzt. Das Gericht schätzte hierzu sein Nettoeinkommen. Sein weniger gut verdienender Bruder Sandrino bekam 120 Tagessätze je 150 Euro auferlegt. Die Brüder dürften die Geldbuße verschmerzen. Für Vidal war es aus seiner Sicht wohl die eleganteste Art, mit einer wenig ruhmreichen Anklage umzugehen. Auch deshalb ist nicht anzunehmen, dass einer der beiden Einspruch gegen den Strafbefehl einlegt.