Zehn Jahre nach dem Tod des Feinkost-HändlersMopsfidele Party zum Gedenken an Gerd Käfer

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Uschi Ackermann feiert den 10. Todestag ihres Mannes Gerd Käfer mit einer Stammtisch-Party im Augustiner-Biergarten. Da darf ein Mops natürlich nicht fehlen.
Uschi Ackermann feiert den 10. Todestag ihres Mannes Gerd Käfer mit einer Stammtisch-Party im Augustiner-Biergarten. Da darf ein Mops natürlich nicht fehlen. Johannes Simon

Uschi Ackermann lädt zu Ehren ihres verstorbenen Mannes zum Stammtisch im Augustiner Keller - und sammelt für eine guten Zweck.

Von Thomas Becker

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Die guten Nachrichten zuerst: Dem Willy gehe es wieder gut. „Er hat die OP prima überstanden, nach zwei Tagen in der Klinik durfte er nach Hause, drei Tumore haben sie ihm an der LMU rausoperiert“, erzählt Uschi Ackermann, „und das in seinem Alter! Er ist ja jetzt auch schon zwölf“. Und wo isser jetzt, der Gute? „Och, der läuft hier irgendwo rum.“ Ganz ohne Frauchen? Ja, muss. Denn Frauchen hat zu tun: Mehr als 200 Gäste sind zu begrüßen, zu betüttelt und zu vernetzen – da muss ihr Mops mal ein paar Stündchen ohne sie auskommen. Wobei es ja eher umgekehrt ist: Frauchen muss ohne den geliebten Mops auskommen. Uschi Ackermann sagt: „Man liebt sie nicht, man ist ihnen verfallen.“ Und damit willkommen beim „Ewigen Stammtisch“ anlässlich des zehnten Todestages ihres ebenso geliebten Mannes, Gerd Käfer.

Wiesn-Wirte Günter und Margot Steinberg.
Wiesn-Wirte Günter und Margot Steinberg. Johannes Simon

Und jetzt zu den nicht ganz so guten Nachrichten: Das seit Jahren zerrüttete Verhältnis der Käfer-Witwe zum Käfer-Sohn Michael hat leider noch Bestand. Beim fröhlichen Gedenken an den Verstorbenen in dessen zweitliebstem Restaurant, dem Augustiner-Keller, stehen zwar mehrere Käfers auf der Gästeliste (Waltraut, Angelika, Thomas), Michael und Gattin Clarissa jedoch nicht. Zu deren Hochzeit 2006 war Gerd Käfers zweite Ehefrau auch nicht eingeladen. 23 Jahre war sie mit ihm zusammen, davon zehn Jahre verheiratet. Sie hat sich mit dem Missverhältnis zum jetzigen Käfer-Chef arrangiert: „Ich lebe nach dem Motto, dass glücklich ist, wer vergisst, was nicht zu ändern ist.“

Zurück in den Augustiner-Keller. Dort ist – neben den üblichen Verdächtigen Laura und Dunja Siegel, Diana Sandmann, Katerina Jacob, die Sterne-Köche Bobby Bräuer und Christian Jürgens sowie Alice und Ellen Kessler – einer beim besten Willen nicht zu übersehen: der Seidl Rudi. 48 Jahre hat er im Käfer-Kosmos gearbeitet. „Als Party-Leiter, Koch, Fahrer und Toilettendame“, sagt er und lacht, „bis mich vor zwei Jahren der Michi Käfer am Telefon entlassen hat“. Der 82-Jährige fällt ins Auge, weil er eine Art Blaumann in hellem Grau trägt, mit der Aufschrift „Käfer's First Airlines“. Seidl klärt auf: „Den hat sich der Gerd im ‚Lord Jim‘, dieser Boutique in der Nordendstraße gekauft, vor 40 Jahren. Und wenn er etwas nicht mehr trug, sagte er zu mir: ‚Seidl, brauch‘ ich nicht mehr, schenk' ich dir.‘ So war er, der Gerd.“ Und dann sprudelt es nur so aus ihm heraus: „All die Partys: New York, L.A., Rio – ich hab' die ganze Welt gesehen.“ Und schwups, hat er plötzlich ein Foto-Album in der Hand: der Seidl Rudi mit Stars von Lagerfeld über Clinton und Ancelotti bis Professor Porsche. Das könnte jetzt eine abendfüllende Anekdotensammlung werden, wenn nicht gerade die Rede der Gastgeberin beginnen würde.

Rudi Seidl, er hat fast 50 Jahre für Gerd Käfer gearbeitet.
Rudi Seidl, er hat fast 50 Jahre für Gerd Käfer gearbeitet. Johannes Simon

Uschi Ackermann macht nicht viele Worte, erinnert nur an den zweiten Sinn der Veranstaltung: „Dieser Abend soll nicht nur schön, sondern auch sinnvoll sein.“ Es geht um Spenden für den Hauner-Verein, für „Kinder, die unsere Unterstützung brauchen“, wofür sich Klinikdirektor Oliver Muensterer bedankt. Und dann geht's auch schon weiter im Programm: Gerd Käfers persönliche Favoriten „Schlager-Ikone“ Patrick Lindner, „4-Oktaven-Queen“ Sarah Laux und Entertainer und Parodist Jörg Knör. Serviert wird dazu Käfers Leibgericht: halbes Hendl, mit Petersilie gefüllt und in Butter gegrillt, nebst Kartoffel-Gurkensalat.

Igei Khan und Dunja Siegel.
Igei Khan und Dunja Siegel. Johannes Simon

Die Einzige, die fürs Essen wirklich keine Zeit hat, ist die Gastgeberin. Schließlich muss sie dem Reporter noch die Möpse im Rollstuhl zeigen, ihm die „Mops-Mama“ Karin Martin von der Mopsnothilfe e.V. sowie die Tierschützerin und -vermittlerin Anja Fischer von ProTier e.V. vorstellen. Die beiden erzählen gar nicht mal so putzige Geschichten von Möpsen, die im Tierheim landen oder eingeschläfert werden sollen, nur weil Herrchen/Frauchen sich das Geld für die Zahnreinigung oder einen dieser Hunderollwagen sparen wollen. So war es auch bei Willy, dem aktuellen Mops von Uschi Ackermann, den sie aus dem Nürnberger Tierheim gerettet hat. Und jetzt? „Ist er wieder mopsfidel.“

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