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Corona-Song "Da Beppe und de Mona":Inspiriert statt infiziert

Video Labrassbanda und Ringsgwandl Foto: Felix Pitscheneder

"Da Beppe und de Mona": Schauspielerin Antonia Münchow heiratet im Video zum gleichnamigen Song den Musiker Stefan Dettl.

(Foto: Felix Pitscheneder)

Krise macht erfinderisch: Georg Ringsgwandl und "La Brass Banda" haben einen gemeinsamen Corona-Song veröffentlicht. Zur schmissigen Nummer "Da Beppe und de Mona" gibt es auch ein prominent besetztes Video.

Von Franz Kotteder, Seehausen

"Das kommt zum Beispiel dabei heraus", so Georg Ringsgwandl, "wenn die Künstler zu lange eingesperrt werden." Er kündigt mit diesen Worten ein neues Lied samt Videoclip an, dass er zusammen mit den Blasmusik-Revoluzzern von La Brass Banda aufgenommen hat, just "am kältesten Tag des Jahres unter Einhaltung sämtlicher Abstandsregeln" (Ringsgwandl), nämlich am 13. Februar, überwiegend in einem Bauernhof zwischen Seehausen und Uffing im Murnauer Land. Das Datum war nicht unpassend, kurz vor dem Valentinstag, denn irgendwie handelt es sich ja auch um eine Liebesgeschichte.

Tja, und das haben wir jetzt davon: eine schmissige Nummer im Shuffle-Rhythmus namens "Da Beppe und de Mona", geschrieben und gesungen vom Musikkabarettisten Georg Ringsgwandl in bewährter Manier und gespielt von La Brass Banda. Die beiden Hauptfiguren im Video - neben Ringsgwandl - sind La-Brass-Banda-Frontmann Stefan Dettl als Beppe und Antonia Münchow vom Residenztheater als Mona. Die beiden haben sich recht gern und treten deshalb, wie sich das in Bayern so gehört, vor den Traualtar.

Unter recht widrigen Umständen, natürlich, wie der Text schon in den ersten Zeilen verrät: "Da Beppe und de Mona, die kriegen kein Corona, sie geben dem Virus keine Chance, die zwoa bleibn auf Distanz." Letzteres macht die Zwischenmenschlichkeit schwierig, wie man sich denken kann: "Küssen, nein, das gibt es nicht, sie ham a Maske vorm Gesicht, und sowieso nicht vögeln, es gibt ja schließlich Regeln."

Benedikt Dorn, der Regisseur des Videoclips, hat das junge Paar dazu auf einem weißen Sofa in Szene gesetzt (auf Abstand, versteht sich) und vor dem Pfarrer Vitus in eine imaginäre Kirche gestellt, die in Wirklichkeit das ausgebaute Dachgeschoss der Ringsgwandls ist. Georg Ringsgwandl illustriert andere Szenen mit zwei Barbie- und Ken-Puppen sowie einem Noppenball aus Plastik, und dazwischen performt er mit La Brass Banda vor einer riesigen Wand von Strohballen im Schuppen des Bauernhofs.

Geschrieben hat er den Text schon im vergangenen Sommer. "Ich hab' dann ein bissl mit Gitarre rumprobiert und das im Winter mit Gesang aufs iPhone aufgenommen", erzählt er, "aber dann dachte ich mir, Blasmusik würde besser passen." Er schickte das Soundfile an einen Bekannten, der einen Namen in der traditionellen Volksmusikszene hat, aber der reagierte nicht. Dann probierte er es bei Stefan Dettl. "Wir kannten uns gar nicht, nur vom Sehen", so Ringsgwandl, "aber er schickte mir am nächsten Tag sofort ein perfektes Blasmusikarrangement zurück."

Von da an ging's flott, die Musik war in Nullkommanix aufgenommen, der Videodreh dauerte knapp zwölf Stunden. Ringsgwandl hatte Antonia Münchow für die Rolle der Mona bekommen, sie wird im Herbst am Residenztheater als Lola Montez im neuen Stück von Georg Ringsgwandl zu sehen sein. Eigentlich hätte es schon an Silvester Premiere gehabt. Aber eben: Corona. Dafür gibt's jetzt halt ein schönes, kleines Vorspiel.

© SZ vom 26.02.2021/blö
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