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Gedenken:Oslo, Utøya und das OEZ

Seyma Yuksel vom Muslimrat beim Aufbau der Ausstellung.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Münchner Muslimrat erinnert vor der Feldherrnhalle an rassistische Verbrechen

Am 1. Juli 2009 wurde in einem Dresdner Gerichtssaal die Muslimin Marwa El-Sherbini ermordet - vom Angeklagten, der sich verantworten musste, weil er die 21-jährige Ägypterin einige Zeit zuvor auf einem Spielplatz rassistisch beleidigt hatte. Die Muslime in Deutschland gedenken seitdem dem Opfer an einem "Tag gegen antimuslimischen Rassismus". Der Münchner Muslimrat hat deshalb am Montag vor der Feldherrnhalle an rassistische Verbrechen gegen Muslime erinnert: Neben Marwa El-Sherbini an das Massaker in Oslo und Utøya, an den Anschlag am Münchner OEZ, an die Angriffe auf Moscheen in Quebec und Christchurch, an die Morde des NSU und die Amokfahrten von Bottrop und Essen.

Die Ausstellung soll nach den Worten von Seyma Yuksel, Mitglied im Vorstand des Muslimrats, an die tödliche Gewalt erinnern - aber auch auf den alltäglichen Rassismus aufmerksam machen. Dazu hat der Muslimrat vor wenigen Wochen eine weitere Aktion gestartet: Auf der Website muslimrat-muenchen.de steht ein Formular bereit, mit dessen Hilfe rassistische, diskriminierende Vorfälle gemeldet werden können. "Das Problem ist", sagt Yuksel, "dass viele Vorfälle nicht als Straftaten verfolgt werden und deshalb auch nicht dokumentiert sind. Wir wollen aber auch diese Art von Rassismus sichtbarer machen."

Dass das notwendig ist, zeigt eine weitere Schautafel: Auf ihr sind bundesweit Aktionen gegen Moscheen verzeichnet, von Schmierereien und anderen Arten von Vandalismus bis zu tatsächlichen Angriffen mit Waffen. Die Taten sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt - München und Bayern sind dabei keine Ausnahme.