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Geburt:Vermittlungsstelle für Hebammen

Stadt will die ambulante Wochenbettbetreuung verbessern

Im nächsten Jahr will das Gesundheitsreferat eine Hebammenvermittlungsstelle aufbauen, um die ambulante Wochenbettbetreuung zu verbessern. Bei einer Mütterbefragung hatten 47 Prozent der Frauen beklagt, dass sie Schwierigkeiten hatten, eine Hebamme für die Nachsorge zu finden. Im Durchschnitt mussten die Frauen mehr als fünf Hebammen kontaktieren, um eine Zusage zu erhalten. Einer Studie des Gesundheitsreferats zufolge gaben aber bei der Befragung nur 2,5 Prozent der Mütter im Wochenbett an, bis zu diesem Zeitpunkt keine Hebamme für die Nachsorge gefunden zu haben. Laut Gesundheitsreferat lasse der geringe Anteil darauf schließen, "dass es sich weniger um Kapazitätsprobleme, als vielmehr um Defizite in der Vermittlung und Koordinierung handelt".

Eine Hebammenvermittlungsstelle soll das Problem nun beheben. In ihr soll auch die Ende August 2017 gestartete Hebammenhotline aufgehen. Dort gingen in zehn Monaten 312 Anfragen ein, die Vermittlungsquote lag bei 50 Prozent. In einigen Stadtbezirken konnten alle Frauen vermittelt werden, in manchen nicht eine einzige, berichtete das Gesundheitsreferat dem Stadtrat. "Vor allem in den Stadtteilen Feldmoching-Hasenbergl, Untermenzing, Milbertshofen, Moosach/Nymphenburg und Kleinhadern war die Vermittlung von Hebammen in der häuslichen Wochenbettbetreuung erschwert."

Nach dem Vorschlag des Gesundheitsreferats soll die Hebammenvermittlung computergestützt Hebammen vermitteln, die in der Wochenbettbetreuung aktiv sind und sich bei der Vermittlung listen lassen. Für die Hebammen soll das den Vorteil haben, dass sie Unterstützung beim Qualitätsmanagement und die Möglichkeit haben, eine Urlaubs- und Krankheitsvertretung zu erhalten. Außerdem organisiert die Vermittlung regelmäßig Fortbildungen. Zusätzlich hat sie zur Aufgabe, einen aufsuchenden Hebammenbereitschaftsdienst für Frauen im frühen Wochenbett zu organisieren. Vor allem in den schlecht versorgten Stadtteilen sollen Hebammensprechstunden aufgebaut werden, um Frauen nach dem frühen Wochenbett weiter zu begleiten. Die gesamten Kosten für das Projekt Hebammenvermittlung belaufen sich auf etwa 90 000 Euro jährlich. Die Stadt hofft aber, einen hohen Zuschuss aus dem Hebammenförderprogramm des Freistaats zu erhalten.

© SZ vom 19.10.2018 / loe

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