München heute GBW will Mieten nach Sanierung verdreifachen / Erneut Überfall auf Frau

Viele Bewohnerinnen und Bewohner der Schwabinger Wohnanlage könnten sich die angekündigte Mieterhöhung nicht leisten.

(Foto: Sebastian Gabriel)

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Von Anna Hoben

Namen wecken Assoziationen. Im Fall des Wohnungsunternehmens GBW zum Beispiel diese: Modernisierung, Mieterhöhungen, Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag zum Verkauf der einst staatlichen Gesellschaft mit ihren 30 000 bezahlbaren Wohnungen. Um der GBW ein neues Image zu verpassen, ändert sie nun ihren Namen in Dawonia. Das soll so viel heißen wie "Da wohn' i a", da wohne ich auch. Und es soll vermutlich heimelig-bayerisch klingen.

Was sich indes nicht ändert, ist das Geschäftsgebaren der GBW, die künftig Dawonia heißt. Gerade kriegen das die Mieter einer Wohnanlage in der Luxemburger Straße in Schwabing zu spüren. Sie sollen neue Fenster, neue Balkone, neue Bäder und einen Aufzug bekommen. Dafür sollen die Mieten kräftig steigen, bei manchen fast auf das Dreifache. Seit Beginn dieses Jahres sind dank eines neuen Gesetzes solche horrenden Mieterhöhungen nach einer Modernisierung eigentlich nicht mehr möglich. Aber die GBW hat die Arbeiten gerade noch rechtzeitig vor Silvester angekündigt, so gilt die neue Regelung noch nicht.

Als "Entmietung pur" kritisiert der Mieterverein das Vorgehen. Die GBW versichert, sie werde "gegebenenfalls Lösungen für soziale Härtefälle finden". Die Mieter in der Luxemburger Straße sind skeptisch. Sie fürchten sich davor, fast drei Jahre auf einer Baustelle zu leben. Vor allem aber haben sie große Sorge, sich ihre Wohnung und ihre Stadt irgendwann nicht mehr leisten zu können. Ihren Humor haben sie trotzdem nicht verloren. Einer von ihnen kommentiert die Namensänderung mit einem Alternativvorschlag zu Dawonia: "Da-sterb-i-nimma".

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