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Gastronomie in der Altstadt:Stadt will den Franziskaner retten

Noch steht er: der Franziskaner an der Oper.

(Foto: Catherina Hess)

Hat die Münchner Traditionswirtschaft doch noch eine Chance? Oberbürgermeister Reiter lässt jetzt prüfen, wie das Aus verhindert werden kann.

Die Stadt sucht nach Möglichkeiten, das Ende der Traditionswirtschaft Zum Franziskaner noch zu verhindern. Um entsprechende Vorschläge habe er die Verwaltung gebeten, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter am Sonntag der Süddeutschen Zeitung. Es gehe darum auszuloten, "ob und welche Einwirkungsmöglichkeiten wir als Stadt haben, um den Franziskaner als Traditionsgaststätte zu erhalten", sagte Reiter. Er hoffe, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.

Reiter sauer über die Eigentümer

Reiter ist offenbar massiv verärgert über das Vorgehen der Eigentümer, einer Gesellschaft der Milliardärsfamilie August von Finck. Diese hatten die Stadt von ihren Plänen nicht informiert. "Ich persönlich finde es schade, dass ich von dem offenbar schon länger geplanten Deal durch die Medien und nicht von den Beteiligten erfahren habe", klagte Reiter. "Das habe ich so noch nicht erlebt."

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Die Pläne für den Franziskaner waren erst vor wenigen Tagen durchgesickert. Er soll aufgegeben werden und seinen Standort an der Perusa-/Residenzstraße für ein Einkaufszentrum freimachen. Die Vermögensverwaltung von Finck verspricht sich davon offenbar höhere Einnahmen. Reiter machte sehr deutlich, dass ihn dieser Ansatz ärgert: "Aus meiner Sicht sind der Erhalt der gewachsenen Struktur unserer Stadt und Traditionsbewusstsein Werte, die nicht zwangsläufig einer höheren Rendite geopfert werden sollten."

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