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Gassi gehen und Duschen spenden:Gelegenheit macht Helfer

Michael Spitzenberger vom Verein Brot am Haken

Auch im Café Sommer können Gäste einen Kaffee bezahlen, den Gäste mit weniger Geld dann kostenlos trinken dürfen.

(Foto: Corinna Guthknecht)

Wer sich in München engagieren will, hat viele Möglichkeiten - auch ohne sich dauerhaft für eine Aufgabe zu verpflichten. Selbst beim Essen im Restaurant lässt sich schon Gutes tun

Sicher über die Straße

Es dauert nicht lange und hilft doch vielen: wenn Erwachsene dafür sorgen, dass Grundschulkinder sicher eine Straße oder eine große Kreuzung auf dem Weg zur Schule und wieder nach Hause überqueren. Denn dort, wo Schulweghelfer im Einsatz sind, hat es in München seit Jahren keine Unfälle mit Schwerverletzten mehr gegeben. Eine halbe Stunde morgens, eine halbe Stunde mittags. Wer nicht so viel Zeit hat, kann auch nur einen der beiden Dienste übernehmen. Wichtig bei diesem Ehrenamt: Zuverlässigkeit. Die Stadt München sucht immer Schulweghelfer. Wer Interesse hat, kann eine E-Mail mit seinem vollen Namen, Geburtsdatum, Anschrift und Telefonnummer an schulwegdienste.kvr@muenchen.de schicken. Oder unter der Telefonnummer 233-39666 anrufen.

An der Leine

Jedes Jahr nimmt das Münchner Tierheim rund 1400 Hunde auf. Und die müssen sich bewegen. Wer gerne spazieren geht, mindestens 18 Jahre alt ist und nach Möglichkeit schon etwas Erfahrung mit Hunden hat, kann ehrenamtlich mit den Tieren Gassi gehen. Die Zeiten sind morgens und am Vormittag, das nächste Seminar für neue Ehrenamtliche findet im Oktober statt. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite www.tierschutzverein-muenchen.de.

Schlemmen und spenden

Wer gerne gut essen geht, kann in den Wintermonaten dabei Gutes tun. Die Aktion "Hilf Mahl" gibt es in 30 Münchner Restaurants, und das Prinzip ist simpel: Ein Euro wird der Rechnung hinzugefügt, dieser geht dann an die Obdachlosenhilfe. Wer will, darf die Spendensumme natürlich erhöhen. Wem das Geld hilft und welche Restaurants teilnehmen, ist auf der Internetseite des Projekts nachzulesen (www.hilfmahlmuenchen.de).

Bezahlen für Bedürftige

Neben der Theke im Café Sommer in Giesing hängen zwei Bretter an der Wand. An einem hängt ein Zettel, ein Kassenbon für einen Cappuccino. Ein Gast hat für diesen Cappuccino bezahlt, zusätzlich zu seinem eigenen. Und dieser Cappuccino wartet nun auf jemanden, der ihn trinken möchte. "Uns geht es um eine kleine Insel der Menschlichkeit im Alltag", sagt Michael Spitzenberger von der Initiative Brot am Haken. "Wir hinterfragen nicht, wer gibt und wer nimmt." In München gibt es diese Bretter inzwischen in mehr als 40 Bäckereien, Cafés und Eisdielen. Michael Spitzenberger sagt, das mache einen Unterschied für Menschen mit wenig Geld und für Obdachlose: dass sich jeder das Brot, den Kaffee, die Kugel Eis nehmen darf. Dass man keine Bedürftigkeit nachweisen muss. "Es ist ein Miteinander, keine Stigmatisierung." Unter www.brot-am-haken.org findet sich eine Liste der teilnehmenden Bäckereien und Cafés.

Eine Dusche schenken

Morgens nach dem Aufstehen erst einmal duschen - was für die einen ganz normal ist, ist Menschen, die wohnungslos sind, unmöglich. Beim Müller'schen Volksbad können Schwimmer ihnen helfen: Für 2,20 oder 3,40 Euro können sie eine 30-minütige Dusche oder ein 45-minütiges Bad kaufen. Wer eine Dusche braucht, sie aber nicht bezahlen kann, kann an der Kasse des Müller'schen Volksbads nach solchen Tickets fragen. "Frische geschenkt" heißt die Aktion.

Konzerttickets für alle

Mal wieder ins Konzert gehen, ins Theater. Oder einfach nur ins Kino. Viele Münchner würden das gerne tun, können sich aber das Ticket nicht leisten. Der Verein Kulturraum München will helfen und vermittelt kostenlos Eintrittskarten für Menschen mit geringem Einkommen. Wer den Verein dabei unterstützen will und zum Beispiel bei der telefonischen Kartenvermittlung helfen oder von zu Hause aus kostenlose Kulturveranstaltungen recherchieren möchte, kann sich an Isabelle Zils vom Team Kulturraum wenden, am besten per E-Mail an zils@kulturraum-muenchen.de. Der Verein sucht außerdem neue Kultureinrichtungen, die sich an dem Projekt beteiligen wollen und Eintrittskarten spenden (Kontakt: Sabine Ruchlinski, E-Mail ruchlinski@kulturraum-muenchen.de). oder maurer@kulturraum-muenchen.de. Mehr als 250 Veranstalter in München machen bereits mit.

Über den Tellerrand

Wer im Café "Über den Tellerrand" zu Mittag isst, der kann sich aussuchen, wie viel er dafür zahlen möchte. Drei Preise gibt es in dem Café im Gebäude der Volkshochschule an der Einsteinstraße 28. Die Idee dahinter: Jeder zahlt so viel, wie er kann. Für die Köfte in Tahinasoße mit Grenaille-Kartoffeln kann man zum Beispiel sieben, neun oder elf Euro zahlen. Spaghetti mit Tomatensauce gibt es für 6,50, 8,50 oder 10,50 Euro. Der niedrigste Preis ist für Menschen gedacht, die wenig Einkommen haben. Mit dem mittleren Preis sind alle Kosten gedeckt. Und mit dem höchsten Preis unterstützt man den Verein "Über den Tellerrand". Der fördert den Austausch von Geflüchteten und Münchnern über gemeinsames Kochen. Im Café in der Volkshochschule arbeiten Männer und Frauen aus Syrien mit Münchnerinnen und Münchnern zusammen. Das Ziel: Freundschaften auf Augenhöhe. Die aktuellen Mittagsgerichte sind auf der Internetseite ueberdentellerrand.cafe/speisekarte/ zu finden.

An der Pforte

Sich Zeit nehmen, das ist manchmal mehr wert, als Geld zu geben. Im Haus in der Kyreinstraße, einer Einrichtung für ehemals obdachlose Männer, können sich Münchner einmalig für zwei Stunden an die Pforte setzen. Sie werden dabei von einem Mitarbeiter begleitet und haben die Möglichkeit, einen Einblick in das Leben der Männer zu bekommen und sich mit ihnen auszutauschen. Wer Interesse hat, kann sich an Manfred Baierlacher, den Leiter der Einrichtung des Katholischen Männerfürsorgevereins, wenden. Telefon 72 98 99 45 oder per E-Mail an manfred.baierlacher@kmfv.de.