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Internationales Restaurant "Garden und Atelier im Bayerischen Hof":Neue Dimensionen

Der Bayerische Hof ist bekannt für sein Theater, Faschingsbälle und die Sicherheitskonferenz. Auch für Feinschmecker gibt es gute Gründe, dort vorbeizuschauen.

Dieser Text ist leider veraltet, das Restaurant gibt es inzwischen nicht mehr.

"Garden" des Bayerischen Hofs

Im "Garden" des Bayerischen Hofs gibt es Hotelküche gehobenen Niveaus.

(Foto: Foto: Catherina Hess)

Auf kulinarischem Sektor ist die Stadt München von ihren Rändern her missioniert worden. Die ersten Sterne-Restaurants in den siebziger und achtziger Jahren lagen allesamt außerhalb der Altstadt. Der rasche Aufstieg der damals "heimlichen Hauptstadt Deutschlands" zur gastronomischen Metropole und zum Zentrum der Nouvelle Cuisine hat sich ganz ohne Beteiligung der Innenstadt ereignet.

Heute sind die Gewichte deutlich anders verteilt. Einige der kreativen Köche sind in der Altstadt zu Institutionen geworden. Und in den wenigen Spitzenhotels der Innenstadt hat man - einem Trend folgend - Gourmetrestaurants eingerichtet, um die begehrten Michelin-Sterne ans Haus zu binden.

Der Bayerische Hof mit seiner im Lauf der Jahrzehnte immer wieder nachgebesserten Wiederaufbauarchitektur, mit seinem integrierten barocken Adelspalais und seinem hauseigenen Komödientheater, mit dem Palaiskeller und dem Trader Vic's, mit den Faschingsbällen und Jazzkonzerten und dem Monsterunternehmen der so genannten Internationalen Sicherheitskonferenz ist immer schon ein Biotop ganz besonderer Art gewesen. Doch für trainierte Feinschmecker gab es trotz dreier Restaurants wenig Gründe, dort vorbeizuschauen.

Das hat sich geändert. Seit einem Jahr ist das im Erdgeschoss des Hauptbaus gelegene Garden-Restaurant neu gestaltet und in zwei getrennte Lokale aufgeteilt. Der belgische Raumgestalter Axel Vervoordt - er ist durch exquisite Wohnungseinrichtungen bekannt geworden - hat den beiden Restaurants mit geschickt aufeinander abgestimmten edlen Materialien und dezent platzierten Kunstwerken eine Atmosphäre von unaufdringlicher Eleganz gegeben.

Im mächtig erweiterten, zum Hof hin geöffneten Glasschrein des Restaurants Garden zelebriert das Küchenteam unter seinem kreativen Chef Hotelküche auf gutem bis hohem Niveau. Im dahinterliegenden intim-stillen Gourmet-Restaurant Atelier greift Küchenchef Steffen Mezger nach den Sternen: Hier darf er endlich zeigen, wie er mit dem, was er bei den Spitzenköchen Eiermann, Winkler und Haas gelernt hat, dem Hotel neue Dimensionen erschließt.

Fangen wir im Garden an: Hier kann sich der Gast an bewährte Klassiker wie das Wiener Schnitzel halten oder sich mit dem viergängigen Tagesmenü zu 58 Euro in gewagtere Regionen begeben. An unserem Besuchstag konnte man der vorgeschlagenen Abfolge interessant kombinierter und vorzüglich zubereiteter Einzelgerichte fast ausnahmslos Lob zollen. Lediglich der geschmorte Portulak, der mit der rosigen Barbarie-Entenbrust serviert wurde, fiel aus der Rolle: Er war deutlich versalzen.

Mit einzelnen Kreationen kam man im Garden-Restaurant sogar dem, was nebenan im Atelier zelebriert wird, recht nahe: etwa mit den fein geräucherten Jakobsmuscheln, mit der zartsaftigen Brust vom Schwarzfederhuhn oder den konfierten fleischigen Backen des Winterkabeljaus Skrei in der Koriander-Mousseline.

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