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Garching:Radioaktivität aus Forschungsreaktor ausgetreten

Der Jahresgrenzwert sei um rund 15 Prozent überschritten worden, teilte die Technische Universität (TU) mit. Für Menschen und die Umwelt bestehe aber keine Gefahr.

Am Garchinger Forschungsreaktor FRM II ist Radioaktivität ausgetreten - für Menschen und Umwelt habe nach Angaben der Betreiber zu keiner Zeit Gefahr bestanden. Der Jahresgrenzwert des radioaktiven Nuklids C-14 sei überschritten worden, teilte die Technische Universität München (TUM) als Betreiberin auf ihrer Homepage mit. Es sei eine "geringfügige Überschreitung" des in der Betriebsgenehmigung festgelegten Wertes bei der C-14-Ableitung über den Kamin in die Atmosphäre festgestellt worden.

Der Jahresgrenzwert sei um rund 15 Prozent überschritten worden, sagte FRM II-Sprecherin Anke Görg auf Anfrage am Samstag. Bei einer Ausschöpfung des Grenzwertes liege die theoretische Belastung der Bevölkerung bei maximal 3 Mikrosievert. Das sei weniger als der Wert bei einer Röntgenaufnahme beim Zahnarzt.

Wegen der Corona-Beschränkungen ist der Betrieb des Reaktors seit 17. März auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, da Gastwissenschaftler nicht vor Ort arbeiten können. Welche Auswirkungen der Vorfall für den weiteren Betrieb habe, sei offen. Darüber müsse das bayerische Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde entscheiden. Die Meldung sei nach der atomrechtlichen Meldeverordnung in die "Kategorie E" als eilbedürftig eingestuft worden, habe aber nach der internationalen Bewertungsskala (INES) die Stufe 0, das stehe für keine oder eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung.

© SZ.de/dpa/lfr
Forschungs-Neutronenquelle FRM II der TU München in Garching, 2019

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Von Gudrun Passarge

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