Dem Kaufhaus am Rotkreuzplatz droht das Aus – und dem Gebäude der weitgehende Abriss. Das geht aus zwei Mitteilungen in dieser Woche hervor. Am Dienstag verschickte der Kaufhauskonzern Galeria eine Pressemitteilung, in der er ankündigte, für deutschlandweit acht Standorte, darunter die Filiale am Rotkreuzplatz, die Mietverträge nachverhandeln zu wollen. Für den Fall, dass keine Einigung mit den Vermietern gelinge, „besteht auch die Möglichkeit von Schließungen“, heißt es in der Mitteilung.
Parallel verfolgen die Eigentümer des Grundstücks Donnersbergerstraße 3/Pötschnerstraße 5 im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg ein groß angelegtes Bauvorhaben. Das geht aus der am Montag versendeten Einladung zur nächsten Sitzung der Stadtgestaltungskommission hervor.
Darin heißt es, dass das bestehende Warenhausgebäude „in den Untergeschossen und im Erdgeschoss weitgehend erhalten und ertüchtigt werden“ solle. Die Geschosse darüber würden abgerissen „und mit anderer Nutzung höher neu errichtet“.

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Der bisherige Ladehof des Galeria Kaufhof würde mit einem Wohnhaus überbaut. Zum Rotkreuzplatz hin soll ein kleines Hochhaus mit Büros und einem Hotel entstehen. Ob dieses vom Münchner Büro OSA Ochs Schmidhuber Architekten entworfene Vorhaben genehmigungsfähig ist, prüft die Lokalbaukommission (LBK) noch. In diesem Zuge will sie von der Stadtgestaltungskommission, einem Beratungsgremium für bedeutende Bauvorhaben, eine Einschätzung einholen, wie das Hochhäuschen sich in die Umgebung einfügen würde.
Das Grundstück gehört seit 2024 der OFB Projektentwicklung, einer Immobilientochter der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Sie kaufte es damals aus der Insolvenzmasse von René Benkos untergegangenem Signa-Konzern, der Kaufpreis soll seinerzeit bei etwas weniger als 80 Millionen Euro gelegen haben.
Nun plant die OFB mehr Bebauung, als es sie bisher gibt, um den Ertrag des Grundstücks zu steigern. Wie viel zusätzliche Baumasse möglich ist, auch darüber wird die Stadtgestaltungskommission beraten. Ihr liegen drei Planungsvarianten vor, die sich insbesondere in der Größe des Hochhauses unterscheiden. Sie gehen von 30,5 bis zu 36,7 Metern. Wann das Vorhaben realisiert werden soll, ist offen. Eine Anfrage an die Helaba blieb am Dienstag unbeantwortet.
Galeria verweist auf die schwierige Marktlage
Dass aber die Schließung des Kaufhauses und die Kündigungen für die Beschäftigten ein konkretes Szenario sind, geht aus der Galeria-Mitteilung hervor. Darin heißt es, für diesen Fall würden „zeitnah vorsorglich Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan für die betroffenen Filialen aufgenommen“. Damit schaffe man „frühzeitig Transparenz und Planungssicherheit für die Mitarbeitenden“.
Zur Begründung für die Pläne führt Galeria an, man müsse angesichts der schwierigen Marktlage im Einzelhandel auf eine „ausgewogene Risikoverteilung“ achten. Von den insgesamt 83 Galeria-Filialen sind diejenigen gefährdet, bei denen Umsatz und Mietkosten in einem besonders schlechten Verhältnis stehen und bei denen der Mietvertrag demnächst ausläuft.
Allerdings ist es im Zuge der verschiedenen Insolvenzwellen im Galeria-Konzern auch immer wieder gelungen, Vermieter zu Mietnachlässen zu bewegen und so die Filialen zumindest vorerst zu erhalten. Zudem ist das Bauvorhaben noch in einem so frühen Stadium, dass in den nächsten Monaten nicht mit einem Abriss zu rechnen ist.

