SZ-Kritik zur Premiere am Gärtnerplatztheater:Nichts swingt, nichts groovt bei diesem "Figaro"

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Ein Freude machendes Paar: Susanna und Figaro, Sophie Mitterhuber und Levente Páll in "Figaros Hochzeit" am Gärtnerplatztheater. (Foto: Markus Tordik)

Josef E. Köpplinger inszeniert Mozarts "Le nozze di Figaro" am Gärtnerplatztheater. Nur: Bringt das einen weiter?

Von Egbert Tholl

Alles kaputt. Mozarts "Le nozze di Figaro" spielt in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger am Gärtnerplatztheater im Spanien der Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts, also während der Franco-Diktatur. Damit ist wohl gemeint: Im Original erzählt die Oper - neben anderen Aspekten - vom Aufstand der Bedienten gegen den Adel, Vorabend der Revolution, Ende einer Epoche. In Spanien blieb Franco allerdings bis zu seinem Tod 1975 an der Macht. Aber die Paläste bröckeln, die Fenster sind blind oder kaputt, die Fresken blättern, im gräflichen Schlafzimmer ist noch Jean-Honoré Fragonards "Mädchen mit Hund" erkennbar, die Topfpflanzen neben dem Bett sind verdorrt, im Schlafzimmer von Figaro und Susanna indes gedeiht ein Orangenbäumchen - Sinnbild dafür, wie viel im jeweiligen Bett noch los ist?

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