Fußball-WM Unfälle und Bengalos nach Kroatien-Spiel

Kroatische Fans beim Public Viewing in München während der Fußball-WM 2018.

(Foto: Stephan Rumpf)

Tausende Kroaten feiern auf der Theresienhöhe ihren Einzug ins Finale der WM. Doch danach kommt es zu schweren Zwischenfällen.

Von Martin Bernstein

Am Sonntagabend könnte auf die Münchner Polizei einiges zukommen. Der Auslöser wird dann freilich nicht an der Isar zu lokalisieren sein, sondern im knapp 2000 Kilometer entfernten Moskau. Dort, im Luschniki-Stadion, kämpfen von 17 Uhr an Kroatien und Frankreich um den WM-Titel im Fußball. Was auch in München los sein kann, wenn die "Kockasti" (Karierten) ein wichtiges Spiel gewinnen, zeigte sich am Mittwoch nach dem Halbfinalsieg der Kroaten gegen England. Bei einem Unfall während der Jubelfeiern wurde ein Motorradfahrer schwer verletzt. Es gab mehrere Zwischenfälle mit verbotener Pyrotechnik. Straßen mussten stundenlang gesperrt werden.

Zahlreiche Münchner Kroaten hatten das Spiel beim Public Viewing auf der Theresienhöhe verfolgt. Als nach Abpfiff die Fans begeistert vom 2:1-Sieg durch Modric und Co. auf die umliegenden Straßen strömten und sich zum Autokorso formierten, kam es zu einem schweren Zwischenfall. Ein 21-jähriger aus München, der unter den Feiernden war, stieg auf sein Motorrad und fuhr in die Hans-Fischer-Straße. Direkt vor dem Motorradfahrer war ein 43-jähriger Münchner mit seinem Mercedes unterwegs. Der junge Kroate fuhr an der Kreuzung zum Bavariaring ungebremst auf das vor ihm fahrenden Auto auf und stürzte nach links auf die Gegenfahrbahn. Ein entgegenkommender Seat überrollte den 21-Jährigen. Er blieb eingeklemmt unter dem Auto liegen. Sofort eilten viele kroatische Fans zu Hilfe und konnten den Seat gemeinsam auf die rechte Seite legen, um den Motorradfahrer zu befreien. Der 21- Jährige wurde mit einer Lungenquetschung ins Krankenhaus gebracht.

Mit zwei Leben und drei Lungen

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Derweil feierten laut Polizei am anderen Ende des Bavariarings 150 kroatische Fans den Sieg ihres Teams. Vier von ihnen wurden mit verbotenen Bengalos erwischt. Die Straße wurde dort eine Stunde lang gesperrt. Aus allen Ecken der Stadt strömten kroatische Fans anschließend zur Leopoldstraße. Die war ab 22.50 Uhr komplett dicht und musste von der Polizei gesperrt werden. Auflagen hatte die Stadt - anders als vor Spielen der deutschen Mannschaft - im Vorfeld nicht erlassen. Wieder flammten Bengalos auf. Die Polizei sperrte den Abschnitt zwischen Siegestor und Franz-Joseph-Straße. Zeitweise drängten sich dort 1000 feiernde Fans und 750 Autos in einem Corso.

Unter ihnen war ein aus Kroatien stammender Bauarbeiter. Er genehmigte sich auf den Sieg wohl das eine oder andere Bier - und setzte um 3.50 Uhr sein Auto in der Schleißheimer Straße gegen einen Baum, weil er die Einfahrt zum Parkplatz seines Arbeiterwohnheims nicht mehr traf. Der Mann blieb unverletzt, doch sein BMW ist kaputt. Den Führerschein konnte die Polizei trotz der 2,32 Promille dem Mann nicht mehr abnehmen. Den hatte er schon am Morgen des 22. Juni abgeben müssen - nach dem 3:0-Sieg der karierten Kroaten über Argentinien.

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