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Fürstenried:Abschied vom Papier

Lokalpolitiker wollen Postversand von Unterlagen eliminieren

Als Vorreiter der Digitalisierung versteht sich der Bezirksausschuss (BA) Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln schon länger. Jetzt will er den Postversand von Unterlagen an seine Mitglieder komplett einstampfen. Einem Antrag der FDP-Fraktion folgend, beschlossen die Lokalpolitiker entsprechende Schritte. So sollen "sämtliche Abteilungen" der Stadt München aufgefordert werden, ihre bisherige Papier-Korrespondenz mit dem Stadtteilgremium "endgültig einzustellen".

Zur Begründung hieß es, die Möglichkeit zum individuellen Verzicht auf den Postversand von Unterlagen bestehe seit Beginn der Amtsperiode, sei aber "im Ergebnis nur teilweise berücksichtigt" worden. Seit der Gewährung einer Technikpauschale dürfte sichergestellt sein, dass alle BA-Mitglieder digital ausgestattet sind. Dennoch würden Woche für Woche Papiere meist überfrankiert mit der Post verschickt, vorwiegend Anträge zum Budget und aus der Bürgerversammlung.

Die FDP-Vertreter Thorsten Appelt und Richard Ladewig rechnen vor, dass zwischen 20. und 30. Mai fünf Großbriefe versandt worden sind - trotz Verzichtserklärung. Somit seien allein für den Bezirksausschuss 19 überflüssige Kosten in Höhe von 268 Euro entstanden. "Hochgerechnet auf das gesamte Jahr und alle BAs besteht hier ein ökologisches und ökonomisches Einsparpotenzial, das die Stadtverwaltung beharrlich ignoriert", heißt es in dem einhellig verabschiedeten Antrag des BA 19. Überschrieben ist er mit dem Motto "Digitalisierung umsetzen - Kosten senken".