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Zweiter Weltkrieg:Weiße Fahnen

Künstler Guido Zingerl fordert Erinnerung an Ende der NS-Herrschaft

Der Künstler Guido Zingerl hat die Kommunen aufgefordert zum Kriegsende vor 75 Jahren weiße Fahnen aufzuziehen. Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa, das dadurch vom Terror der Deutschen befreit wurde. Anlässlich dieses Jahrestages haben die Künstler Wolfram Kastner und Michael Wladarsch in München vorgeschlagen, von 30. April, dem Tag, als die US-Truppen einzogen, bis 8. Mai, als die Wehrmacht offiziell kapitulierte, weiße Fahnen in der ganzen Stadt wehen zu lassen. Die Kommune hat der Aktion zugestimmt und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Schirmherrschaft übernommen. Zingerl möchte die Aktion in den Landkreis holen. "Nicht nur in München gilt es ein Zeichen zu setzen für Frieden und Freiheit. Die Angst vor dem Corona-Virus sollte uns nicht das braune Virus aus den Augen verlieren lassen", sagte er. Die Aktion sei auch deshalb wichtig, weil vielleicht vielen Nachgeborenen die Bedeutung dieses Jahrestages nicht mehr bewusst sei. Zingerl hat sich in diesem Sinn an mehrere Bürgermeister gewandt, darunter den Brucker OB Erich Raff (CSU). In Bruck müssten die weißen Fahnen ein paar Tage früher aufgezogen werden, denn die amerikanischen Soldaten erreichten die Stadt bereits am 29. April 1945. Wenige Tage vorher hatten deutsche Wachen noch Hunderte Häftlingen aus den Landsberger Außenlagern des Konzentrationslagers Dachau durch die Stadt getrieben.

© SZ vom 16.04.2020 / bip

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