Zu schnell in der Spielstraße:Ärger über Raser

Zu schnell in der Spielstraße: Rettungsfahrzeuge und die Polizei dürfen hier schnell fahren, alle anderen nicht. Dass die Donaustraße eine Spielstraße ist, hält manche Autofahrer nicht davon ab, viel zu schnell hindurch zu rauschen. Das ärgert viele Anwohner, wie bei der Bürgerversammlung deutlich wurde.

Rettungsfahrzeuge und die Polizei dürfen hier schnell fahren, alle anderen nicht. Dass die Donaustraße eine Spielstraße ist, hält manche Autofahrer nicht davon ab, viel zu schnell hindurch zu rauschen. Das ärgert viele Anwohner, wie bei der Bürgerversammlung deutlich wurde.

(Foto: Günther Reger)

Bei der Bürgerversammlung in Olching ist der Verkehr das beherrschende Thema. Insbesondere geht es darum, wie man Schnellfahrer bremsen kann

Von Franziska Schmitt, Olching

"Diese schnelle Fahrerei stößt mir und den anderen Bewohnern auf", sagt Georg Smolinski. Er spricht "stellvertretend für den Anfang der Donaustraße", die eine Spielstraße. Seiner Schätzung nach unterschreiten die, die "nur etwas schneller fahren" nicht einmal 40 Stundenkilometer. Das ist eindeutig zu schnell für eine Spielstraße, in eine maximale Geschwindigkeit von sieben Stundenkilometer erlaubt ist. Sein Vorhaben, zur "Selbstjustiz" zu greifen und Autofahrer mit Wasserballons zur Geschwindigkeitsreduktion zu bewegen, lässt seine Zuhörer Mehrzweckhalle der Mittelschule Olching schmunzeln.

Dort begrüßt Bürgermeister Andreas Magg, SPD, am Freitag die gut 80 anwesenden Olchingerinnen und Olchinger zur Bürgerversammlung. Unter ihnen Stadträte, Vorsitzende von Vereinen und bekannte Gesichter aus den Vorjahren, wie Magg erfreut sagt. Die Versammlung findet mit viel Abstand und unter Einhaltung der 3G-Regeln in diesem Jahr wieder analog statt.

Das dominierende Thema des Abends ist der Verkehr, insbesondere, dass auf manchen Straßen der Stadt zu schnell gefahren wird. Dabei bringen die Bürger, die ihre Anliegen dem Bürgermeister vortragen, auch gleich Verbesserungsvorschläge ein.

So fordert Smolinski, die Spielstraße durch eine Zusatzbeschilderung besser kenntlich zu machen. Er vermutet, dass Autofahrer gar nicht sehen, "dass sie in einer Spielstraße einbiegen", wenn sie vom Daxerhof über die Heinrich-Nicolaus-Straße kommen. Das Problem der Geschwindigkeitsüberschreitung ist Magg nur zu gut bekannt.

"Ich wohne nicht am Anfang der Donaustraße, sondern am Ende. Das Problem aber ist das gleiche", sagt er. Er sei selbst ratlos, wie Autofahrer in Spielstraßen zur Einsicht gebracht werden könnten. Auf der Suche nach Lösungsansätzen habe er sich bei anderen Kommunen nach ihren Erfahrungen mit einer Zusatzbeschilderung, erkundigt. Eine Erhebung habe gezeigt: "Sie bringen nichts."

Doch nicht nur in der Spielstraße, sondern auch an anderen Stellen treten Autofahrer gerne aufs Gas. Der Anwohner Bernhardt Reisinger beschreibt die Feursstraße als "Formel-1-Rennstrecke". Wie gefährlich die daraus resultierende Verkehrssituation gerade für Fußgänger sei, habe nicht zuletzt der Unfall vom 12. September 2018 gezeigt, bei dem eine 38-jährige Ärztin von einem Motorrad verletzt wurde und starb. Er fordert Geschwindigkeitsmessstellen auch im mittleren Verlauf der Strecke. Alfons Keim, ebenfalls Anwohner, pflichtet ihm bei: "Wir haben hier wirklich ein Geschwindigkeitsproblem." Außerdem macht er auf die daraus resultierende Lärmbelästigung aufmerksam. "Es geht um sieben Uhr los", und bis in den späten Abend hinein. Im Sommer kämen noch die Motorradfahrer, die nach der Dreißiger-Zone auf Höhe der Zufahrtsstraßen zum Schulgelände, bis zum Kreisel in Geiselbullach noch mal die gerade Strecke nutzen, um "ordentlich" zu beschleunigen. Er schlug regelmäßige polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen vor.

Magg legte daraufhin den Vorgang der Temporegelungen dar. Eine Fachaufsicht entscheide, "was geht und was nicht". Im nächsten Schritt gebe die örtliche Polizei ihre Einschätzung ab. Olching sei schon seit Jahren Vorreiter in Sachen Tempolimit. In 30 Prozent der Straße sei das Tempo auf 30 Stundenkilometer oder weniger beschränkt. An den wichtigen Stellen Ortseingang, an Schulen und Kindertagesstätten seien bereits mit Geschwindigkeitsmessstellen angebracht worden. Magg zeigte sich wenig optimistisch, dass durch weitere Maßnahmen die entsprechenden "Kandidaten" den Fuß vom Gaspedal nehmen würden.

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