Würdigung Inklusionsfussballer erhalten "Lichtmesskerze"

Geheimnis gelüftet: Die Abteilung Integrations-Fußball des SC Gröbenzell erhält die Lichtmesskerze der UBV.

(Foto: Privat)

Die Unabhängigen Bürgervereinigungen würdigen Gröbenzeller Verein mit ihrem Preis

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

Die Abteilung Inklusions-Fußball des 1. SC Gröbenzell bekommt in diesem Jahr die "Lichtmesskerze" von der UBV verliehen. Das gab der Kreisverband der Unabhängigen Bürgervereinigungen bei seinem Jahrestreffen am Freitagabend bekannt. Der Treffpunkt der ein Dutzend Anwesenden unter dem Dach der Alten Schule in Gröbenzell hätte also schon einen Hinweis auf den neuen Preisträger der Lichtmesskerze geben können. Darüber hinaus gab es bei der etwa eineinhalb Stunden dauernden Versammlung einen Rückblick auf die erste Teilnahme an Bezirkswahlen. Die Meinung fiel dazu geteilt aus. Berichte aus dem Kreistag über die Haushalts- und Umweltpolitik, ergänzt um Kommentare zu den für eine bessere Umweltpolitik streikenden Schülern, sowie die turnusgemäßen Vorstandswahlen rundeten das Programm des Abends ab.

Seit 2003 verleihen die Unabhängigen Bürgervereinigungen im Landkreis gemeinsam die Lichtmesskerze. Sprecher Klaus Quinten erinnerte in der Runde noch einmal an die Idee, die dahinter steckt. Mit der Preisverleihung wollen die Unabhängigen auf besondere Projekte, Organisationen oder Personen im Landkreis hinweisen, die nach ihrer Ansicht zu wenig bekannt sind. Unter den Preisträgern war schon der Bund Naturschutz und Ziel 21, der damalige Bürgermeister von Grafrath Hartwig Hagenguth, das Mehrgenerationenhaus Zap in Puchheim sowie der Kulturverein Schöngeising. 2018 wurde sie laut Quinten an die IG Lichtspielhaus in Fürstenfeldbruck verliehen. "Das war eine relativ große Veranstaltung, ich meine bisher die größte", berichtet Quinten. Die diesjährige Verleihung ist für Donnerstagabend, 1. Februar, im Bürgerhaus geplant.

Die Teilnahme an den Wahlen zum Bezirkstag 2018, bei der die UBV erstmals auf einer gemeinsamen Liste namens FLO (Freie Liste Oberbayern) angetreten ist, nannte der Sprecher "ganz was Besonderes". "Leider haben wir schlecht abgeschnitten", bedauerte er, wobei er in erster Linie die Wahlergebnisse außerhalb des Landkreises meinte. Positiv an der Aktion bewertete er aber die dadurch entstandenen Kontakte. "Ich seh das durchaus als Erfolg", widersprach Martin Schäfer. Der Gröbenzeller Bürgermeister war mit Andreas Ströhle, BBV-Stadtrat in Fürstenfeldbruck, zu der Wahl angetreten. Wie er berichtete, lag er bei den Zweitstimmen in Gröbenzell gut 170 vor der CSU. Für einen Wahlsieg hatte es jedoch nicht gereicht. "Ich habe das eher als Auftaktveranstaltung für den Kommunalwahlkampf gesehen", lächelte Schäfer kämpferisch.

"Ich bin der Haushaltsablehner", fuhr der Gröbenzeller Rathauschef mit seinem Bericht aus dem Kreistag fort. Er begründete seine Haltung damit, dass die Kommunen über Jahre zu viel Kreisumlage gezahlt hätten. Beispiel Personalkosten: Schäfer zufolge würden diese immer über ein ganzes Jahr berechnet und entsprechend von den Kommunen erhoben. Tatsächlich aber würden viele Stellen erst nach einigen Monaten wieder neu besetzt werden. Dank seiner Kritik, so Schäfer, "hat der Landrat 2,55 Millionen aus seinem Personalhaushalt gestrichen" - ohne Stellenverlust. "Es ist ein großer Gewinn, dass wir einen Bürgermeister als Finanzfachmann haben", kommentierte Quinten.

Jakob Drexler, im Kreistag im Werks- sowie im Umwelt- und Planungsausschuss tätig, setzt sich seit Jahren für eine Biotonne im Landkreis ein. Er werde "beharrlich immer wieder das Gleiche fordern", versprach er. Dank seiner Initiative hat der Energiewendeverein Ziel 21 ein neues Programm namens "Mein Dach hats drauf" aufgelegt. "Jeder kann sich bei Ziel 21 anmelden und eine kostenlose Erstberatung bekommen", in vielen Kommunen wird das Projekt in den nächsten Wochen bei einem Vortrag vorgestellt. Ein "sehr, sehr, sehr gutes Zeichen" nannte der Hörbacher den Fakt, dass viele Schüler am Freitag den Unterricht schwänzten, um für eine umweltfreundlichere Politik zu kämpfen. "Es muss eine Bürgerbewegung entstehen", verdeutlichte Drexler.

Unspektakulär und ohne Neuerungen verlief die Wahl der neuen Sprecher. Quinten und Cordula Braun wurden per Akklamation gewählt; Gegenstimmen gab es keine.