Wohnungsbau Wünsche an den Investor

Mehr Geschosse: Der Gemeinderat kann sich an dieser Stelle in der Schillerstraße ein höheres Haus vorstellen.

(Foto: Günther Reger)

Eichenau stellt für ein Grundstück mehr Baurecht in Aussicht, falls darauf Sozialwohnungen errichtet werden

Von Erich C. Setzwein, Eichenau

Grundstücke für den Wohnungsbau sind rar in Eichenau, jeder bebaubare Quadratmeter ist teuer. Um aber Menschen zu ermöglichen, in der Gemeinde wohnen zu können, hat sich der Gemeinderat auf eine Linie verständigt. Wo es möglich ist, soll nachverdichtet werden. Was sich zunächst einfach und sehr technisch anhört, kann in der Praxis erhebliche Folgen haben, wie sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung zeigte. Dort wurde ein erster Entwurf für die Bebauung von zwei Grundstücken an der Schillerstraße vorgelegt und die Änderung des dort geltenden Bebauungsplanes angefragt.

18 Wohnungen könnten entstehen, eine Tiefgarage müsste gebaut werden, und die Ansicht der Schillerstraße würde sich nahe dem Hauptplatz ändern. Der Gemeinderat signalisierte zwar sein grundsätzliches Interesse, dieser Bebauung zuzustimmen, möchte aber in Vorgesprächen geklärt haben, ob erschwingliche Wohnungen gebaut werden und ob sie auch barrierefrei sein werden.

Jedes der beiden Grundstücke, auf denen jeweils ein Haus steht, hat etwa 1000 Quadratmeter. Die Geschossflächenzahl (GFZ) regelt die Ausmaße eines Baus. Weil auf einem Grundstück eine GFZ von 0,55 und auf dem anderen eine von 0,7 gilt, möchte der Investor auf beiden Grundstücken, die er mit einem Haus bebauen will, die gleiche GFZ. Und zwar 0,7. Martin Eberl (SPD) rechnete schon mal aus, dass es zumindest auf einem Grundstück dadurch zu einer Baurechtsmehrung von 27 Prozent kommen werde. Und das einfach so. Das brachte ihn dazu, laut zu überlegen, ob es nicht in einem solchen Fall möglich sein sollte, die Gemeinde davon profitieren zu lassen. Soziale Bodennutzung nenne sich das, ergänzte CSU-Gemeinderat Peter Zeiler, und die werde auch angewendet, wenn es sich um ein Neubaugebiet handele. Bei bestehenden Baugebieten und Bebauungsplänen, so lautete die Auskunft von Bauamtsleiter Andreas Troltsch, gehe das nicht.

Eichenaus Bürgermeister Peter Münster (FDP) sah das ähnlich, schränkte aber ein: "Kann man machen, das wäre Neuland, doch das Risiko ist relativ groß." Das brachte Grünen-Fraktionssprecherin Rike Schiele dazu, nach den rechtlichen Möglichkeiten zu fragen und auch den baulichen: Wenn schon so gebaut werde, dann solle Barrierefreiheit ebenso ein Thema sein wie kostengünstiger Wohnraum.

Laut Troltsch sollte das möglich sein. Er bot an, mit dem Bauwerber über beide Themen sprechen zu wollen. Die Neubauwohnungen seien "marktgerecht" zugeschnitten, es handele sich um Zwei- bis Dreizimmerwohnungen. Dass bislang 18 Wohnungen angegeben seien, habe mit den benötigten Stellplätzen zu tun. Als der dort geltende Bebauungsplan für das von der Bahnhof-, Schiller- und Schilfstraße umschlossene Gebiet aufgestellt wurde, war eigentlich eine Gemeinschaftstiefgarage angedacht. Sowohl von der Schilf- als auch von der Bahnhofstraße hätte es Zufahrten geben können. Da aber die Grundstücke bebaut seien und nicht alle gleichzeitig neu bebaut würden, so steht es in der Verwaltungsvorlage für die Sitzung, "kann nicht realistisch davon ausgegangen werden, dass diese Gemeinschaftstiefgarage tatsächlich errichtet wird".

Und die Verwaltung will dem Investor noch weiter entgegenkommen. Es geht dabei zwar nur um die Dachform, doch die dürfte entscheidend sein, ob mehr oder weniger Wohnraum entstehen kann. Der Neubau dürfte nach Vorstellung des Bauamts drei Vollgeschosse mit nur leicht geneigtem Walmdach und eine Firsthöhe von elf Metern haben. Dadurch, so das Argument, würde sich der Bau städtebaulich besser ins Ortsbild einfügen, als ein Haus mit stark geneigtem Satteldach. Weniger Dachneigung heißt auch: "zeitgemäßer und besser nutzbar".

Was nun weiterhin mit dem Entwurf passiert und ob die antragstellende Firma sich den Wünschen des Gemeinderates Eichenau öffnet, dürfte sich im weiteren Verlauf des Bebauungsplanverfahrens zeigen. Bauamtsleiter Troltsch sagt: "Wir sind ganz am Anfang."