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Wirtschaft im Landkreis:Vorsichtiger Optimismus

Aktuelle Arbeitsmarktzahlen deuten leichte Entspannung an

"Vorsichtig optimistisch" gestimmt ist der kommissarische Leiter der Agentur für Arbeit in Weilheim, Oliver Wackenhut, angesichts der jüngsten Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen mit 3,5 Prozent im gesamten Zuständigkeitsbereich der Behörde mit den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Starnberg, Landsberg am Lech, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen im Vergleich zum Juni erneut gestiegen. Allerdings fällt die Steigerung mit 0,1 Prozentpunkten moderat aus. Und auch die Meldungen für Kurzarbeit weisen nur noch eine leicht steigende Tendenz auf. Damit liegt die Region südwestlich von München im Bundestrend; verantwortlich gemacht für die verhaltenen Anzeichen einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt werden die finanziellen Anstrengungen der Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie. Was Wackenhut außerdem optimistisch stimmt: Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen ist gleichzeitig "überproportional" gestiegen.

Diese für verhaltenen Optimismus Anlass gebende Entwicklung zeigt sich auch im Landkreis Fürstenfeldbruck, wo die Agentur für Juli eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent meldet gegenüber 3,5 Prozent im Vormonat. Vor einem Jahr lag sie bei 2,5 Prozent. In absoluten Zahlen sind aktuell im Landkreis 4480 Menschen ohne Arbeit gemeldet. Gleichzeitig gibt es 1058 offene Stellen. Ob der leicht positive Trend sich fortsetzen wird, ist eng damit verbunden, wie die Pandemie weiter verläuft, wie Wackenhut warnt: "Natürlich hängt dieses zarte Pflänzchen der Erholung, das auch bereits erste Erfolge des Konjunkturpakets der Bundesregierung spiegelt, wesentlich vom weiteren Verlauf des Infektionsgeschehens in unseren fünf Landkreisen und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab." Wegen der pandemiebedingten eingeschränkten persönlichen Erreichbarkeit der Arbeitsagenturen wurden digitale Angebote ausgebaut. Das neue "Selfie-Ident-Verfahren" ermöglicht es, sich von zu Hause aus online arbeitslos zu melden und sich per Handy oder Tablet zu identifizieren; auch bereits bei der Agentur gemeldete Personen können sich anmelden.

© SZ vom 31.07.2020 / alin

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