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Windrad in Mammendorf:Mehr Strom als erwartet

Die erste Anlage im Landkreis übertrifft in den ersten drei Monaten die Prognosen für die Stromeinspeisung.

In den ersten drei Betriebsmonaten hat das Windrad in Mammendorf mehr Strom eingespeist als erwartet. Bei Windgeschwindigkeiten von acht Metern pro Sekunde, die vor gut einer Woche gemessen wurden, sei eine Leistung von 1,5 Megawatt dokumentiert worden, sagte Stadtwerkechef Enno Steffens. Am Dienstag vergangener Woche waren es bereits 1,633 Millionen Kilowattstunden und 1328 Betriebsstunden. Damit lief die Anlage seit Inbetriebnahme in 63 Prozent der Zeit. Im Dezember war dabei doppelt so viel Strom produziert worden wie eigentlich geplant.

Durch erste Messergebnisse sehen sich die Stadtwerke in ihrer Entscheidung, im Landkreis Windstrom zu erzeugen, bestätigt. Gleichwohl dämpft Steffens allzu große Euphorie. Zwar deutet er den Verlauf der ersten drei Monate "als ein gutes Vorzeichen". Über die gesamte Laufzeit ist mit solch rekordverdächtigen Werten aber nicht zu rechnen. In den zurückliegenden drei Monate herrschten in ganz Bayern außergewöhnlich hohe Windgeschwindigkeiten. Entscheidend sind die langjährigen Mittelwerte. Darauf hatte auch Günter Beermann, der Landesvorstand des Bundesverbandes Windenergie, Mitte Dezember in Puch hingewiesen. Dort hatten Windkraftkritiker um Ulrike Buttner Zweifel an den fürs geplante Malchinger Windrad prognostizierten Windgeschwindigkeiten von 5,8 Metern pro Sekunde geäußert.

Feuerwehr und Landratsamt haben das Windrad in Mammendorf bereits technisch abgenommen. Im Zuge dieser Arbeiten sowie der 300-Stunden-Wartung war es für einige Tage abgeschaltet worden. Dabei wurden Schraubverbindungen nachgezogen und Systeme überprüft. In Kürze wird der Hersteller die drei Megawatt leistende Anlage des Typs Enercon E-101 offiziell an die Stadtwerke übergeben.

Die Genehmigung für das zweite Windrad bei Malching in der Gemeinde Maisach liegt bereits vor, die Verträge mit den Grundeigentümern sind unter Dach und Fach. Zum Einsatz kommt dort erneut das von Mammendorf bekannte Enercon E-101 mit einer Nabenhöhe von 135 Metern. Im März soll mit dem Bau begonnen werden, noch in diesem Jahr soll die Anlage Strom ins Netz einspeisen. Ob das zunächst bei Puch geplante dritte Windrad gebaut werden darf, ist hingegen noch völlig offen. Die Kuratienkirchenstiftung Puch hatte unter Verweis auf die Beeinträchtigung für die Pucher Kirche erfolgreich gegen die Baugenehmigung durch das Landratsamt geklagt, die Stadtwerke haben jüngst die Zulassung der Berufung beantragt. Zuvor waren die von den Stadtwerken vorgeschlagenen Gespräche mit der Kirche nicht zustande gekommen. Bis zu einer möglichen Verhandlung in nächster Instanz könnte die Kirche die Klage zumindest theoretisch noch zurückziehen. Sollte die Baugenehmigung doch noch als zulässig erklärt werden, dann will Steffens den Bürgern Gelegenheit geben, sich an Bau, Betrieb und Erlösen der Anlage zu beteiligen. Mögliche Interessenten können sich bei den Stadtwerken vormerken lassen unter info@stadtwerke-ffb.de oder beim Kundenzentrum unter Telefon 08141/401-0.