Der Windpark mit vier Anlagen bei Jesenwang nimmt mit der Verlegung der Stromkabel die nächste Hürde. Die beiden Bürger-Energie-Genossenschaften Freisinger Land (BEG-FS) und Sonnensegler sehen das vor einem Jahr genehmigte Projekt damit auf gutem Weg zum planmäßigen Anschluss ans Stromnetz in eineinhalb Jahren. Ein Kabelpflug hat vor einer Woche damit begonnen, drei Aluminium-Starkstromkabel und Datenleitungen in einer Tiefe von gut einem Meter einzuziehen.
In diesem ersten Schritt werden so elf Kilometer zwischen Grafrath und Weßling überbrückt. Ein Spezialfahrzeug zieht drei Aluminium-Starkstromkabel mit einem Querschnitt von je zehn Quadratzentimetern sowie Datenleitungen einen Meter tief in den Boden ein. Die Kabel verbinden die zukünftigen Windkraftanlagen mit dem Netzverknüpfungspunkt im Umspannwerk Hochstadt in Weßling. Die Verlegung erfolgt weitgehend schonend für die Umwelt, da der Boden nur minimal aufgerissen werden muss und aufwendige Grabungsarbeiten verzichtbar bleiben.
Die notwendigen Rodungen sind bereits abgeschlossen. Im Frühjahr starten die Erdarbeiten, darunter der Wegebau sowie die Vorbereitung für die Fundamente und die Kranstellflächen. Im November sollen die Fundamente gelegt sein, im März 2027 die Türme montiert werden. Im September 2027 folgen laut Plan die Generatoren und Rotorblätter. Der Windpark soll dann im November 2027 in Betrieb gehen.
Dass die benötigten Nachrangdarlehen vorzeitig abgeschlossen werden konnten, sei ein Beleg für eine funktionierende Bürgerbeteiligung, erklären Werner Hillebrand-Hansen und Andreas Henze (BEG-FS) sowie Falk-Wilhelm Schulz und Stefan Eibl von den in Puchheim ansässigen Sonnenseglern in einer gemeinsamen Mitteilung. Diese ist ein zentrales Element des Konzepts und soll nicht zuletzt die Akzeptanz von Windrädern in der Nachbarschaft stärken.

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500 Personen investierten insgesamt fünf Millionen Euro, die meisten kommen aus den umliegenden Gemeinden. Das sei ein Indiz dafür, dass „die Menschen in der Region hinter dem Bürger-Windpark stehen und die Energiewende aktiv mitgestalten“. Die Geldgeber sollen nicht nur ökologisch, sondern über die Zinserträge hinaus auch in Form eines vergünstigten Stromtarifs profitieren – aktuell 26,4 Cent pro Kilowattstunde. Nach Berechnung der beiden Genossenschaften werden der Gemeinde Jesenwang durch den Windpark langfristig siebenstellige Gewerbesteuereinnahmen zufließen. Zudem leiste der Windpark einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zur Stabilisierung der Stromversorgung in Oberbayern, heißt es.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich weiterhin über Beteiligungsmöglichkeiten informieren und Mitglied in einer der beiden Genossenschaften werden.

