Energie:Germering möchte Windkraftstandort werden

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Südlich der Autobahn A96, die an Germering vorbeiführt, befindet sich ein Areal, das sich mehrere Kommunen als für Windkraft geeignet vorstellen können. (Foto: Leonhard Simon)

Die Stadt fordert den Regionalen Planungsverband auf, drei von vier angebotenen Flächen unter die Vorranggebiete aufzunehmen.

Von Karl-Wilhelm Goette, Germering

Die Stadt Germering hatte im vergangenen Jahr vier Flächen für Windkraftanlagen angeboten. Der Regionale Planungsverband München (RPV) akzeptierte sie indes nicht. Germering beharrt jetzt darauf, dass drei der vier angebotenen Flächen wieder in die Planungen der Windkraftvorranggebiete aufgenommen werden. Pascal Luginger, zuständiger Mitarbeiter im Rathaus, hatte dies für den Bauausschuss des Stadtrats argumentativ ausführlich vorbereitet, so dass dem Beschluss dann auch einhellig zugestimmt wurde.

"Wir betrachten das als Zwischenschritt des RPV", meinte Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) und klang zuversichtlich, wieder ins Windkraftprogramm aufgenommen zu werden: "Warum wir rausgeflogen sind, verstehen wir nicht." Der Planungsverband hat auch keine Begründung für die Nichtberücksichtigung der potenziellen Germeringer Windkraftareale gegeben. Luginger plädierte weiterhin für die Fläche im Norden Germerings, nordöstlich von Puchheim-Ort, auch in der Moosschwaige. Der größere Teil dieser Fläche befindet sich auf Münchner Flur und wurde bereits 2014 bei der Erarbeitung des Teilflächennutzungsplans durch das Brucker Landratsamt ermittelt. "Konstruktive Gespräche mit München" zu dieser Fläche wurden Luginger zufolge bereits geführt. Ebenso habe es Interesse der Eigentümer gegeben; auch der zwei anderen Flächen. 70 Eigentümer waren dann auch zu einer Versammlung im vergangenen September in die Germeringer Stadthalle gekommen.

Die zweite Fläche, für die sich die Stadt Germering weiterhin stark macht, befindet sich südlich der Autobahn A96. Sie liegt zwischen Germering, Gräfelfing und Planegg, östlich der BAB-Anschlussstelle Germering-Süd und ist fast vollständig bewaldet. Auch die Nachbarkommunen befürworten laut Luginger dieses "interkommunale Projekt". Das dritte Windkraftgebiet ist südwestlich von Germering, südlich des Golfplatzes am Starnberger Weg angesiedelt. Der Großteil der Fläche liegt auf Kraillinger Flur und ist fast vollständig ein Waldgebiet. "Krailling plant bereits seit Längerem einen Windpark in diesem Gebiet", konnte man der Sitzungsvorlage Lugingers entnehmen. Das vierte Gebiet südlich der A96 kollidiert mit einem Seniorenheim im Südosten der Fläche, so dass es der Regionale Planungsverband das Areal nicht weiterverfolgt. Das wird jetzt auch von der Stadt Germering akzeptiert.

Für die anderen drei Flächen beansprucht Germering im Vergleich mit Gilchinger Flächen Gleichbehandlung. "Da schneiden wir nicht schlechter ab", bekräftigt Fachmann Luginger. Das betreffe auch die sogenannten Schutzgüter wie Artenschutz, Abstand zu Siedlungen oder die Flugsicherung. In der kurzen Ausschussdebatte befürwortete SPD-Frontmann Daniel Liebetruth die Stellungnahme Lugingers an den PRV: "Wir ducken uns nicht aus der Verantwortung weg." Franz Senninger (CSU) merkte kritisch an, ob nicht jede Kommune Windkraftanlagen vor der Haustür haben will und sprach von der "Gefahr eines Runs auf Windkraft". Pascal Luginger erwiderte, dass es Sache des Investors sei, ob es sich lohne. Die Stadt wird selbst offenbar keine Windkraftanlagen bauen. Im Herbst dieses Jahres wird es wohl ernst, wenn erste Entscheidungen über die Windkraftflächen getroffen werden. Insgesamt muss Bayern 1,8 Prozent seiner Fläche für mögliche Windkraftstandorte vorhalten.

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