Widerstand im Gemeinderat Emmeringer Nadelöhr

Höhe und Breite will die Bahn an der Unterführung am Ende der Schwabenbergstraße in Emmering verringern.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Bahn will die Unterführung am Ende der Schwabenbergstraße umbauen und einen Teil der Kosten in Rechnung stellen

Von Manfred Amann, Emmering

Die Bahn möchte voraussichtlich in sieben Jahren die Unterführung am Ende der Schwabenbergstraße erneuern, die zum südlich der Bahnlinie liegenden Emmeringer Wasserwerk führt. Da sich die Durchfahrtshöhe und die Breite verringern würden, hat der Gemeinderat nun beschlossen, Mindestmaße für das Brückenbauwerk zu fordern. Damit auch größere Lastwagen, Traktoren sowie Lösch- und Rettungsfahrzeuge problemlos durchkommen, wird eine Breite der Unterführung von, 3,5 und eine Höhe von vier Metern verlangt. Die Bahn stellt Kommunen für Baumaßnahmen, die über den Bestand hinausgehen sollen, in der Regel die Mehrkosten in Rechnung. Emmering verweigert dies aber. Denn nach Berechnungen der Verwaltung entsprechen die gewünschten Maße dem Bestand. Einfach ist die Rechnung allerdings nicht: Die Durchfahrt hat jetzt ein Tonnengewölbe und soll nach den Vorstellungen der Bahn durch ein Bauwerk mit rechteckiger Durchfahrt ersetzt werden. In den Planungsentwürfen werden zwei Varianten angeboten: Entweder vier Meter breit und 2,5 Meter hoch oder 2,7 Meter breit und 3,5 Meter hoch. Sollte Emmering eine Unterführung wünschen, deren Maße darüber hinausgehen, müsse sie sich an den Kosten beteiligen, so die Bahn. "Die von der Bahn geplanten Ersatzbauten würden eine Verschlechterung der Ist-Situation bringen, die wir angesichts der mittlerweile viel größeren Fahrzeuge nicht hinnehmen sollten", empfahl Bürgermeister Michael Schanderl (FW). Man werde bei Verhandlungen daher darauf pochen, dass der jetzige flächenmäßig errechnete Bestand der Durchfahrt weitestgehend erhalten bleibt, ohne dass die Gemeinde zur Kasse gebeten wird. Auf keinen Fall dürfe die Gemeinde zulassen, dass die Unterführung so verbaut wird, dass Löschfahrzeuge nicht durchkommen, befand Gemeinderat Josef Huber von den Freien Wählern. Schon jetzt sei das Durchfahren "Millimeterarbeit". Sollte es südlich der Bahn zu einem Waldbrand kommen, wäre die Unterführung die kürzeste Verbindung. Den Verantwortlichen der Bahn sollte man auch deutlich machen, dass bei einem Zugunfall im Bereich der Strecke zwischen Eichenau und Fürstenfeldbruck eine schnelle Rettung nur über diesen Weg möglich wäre, sagte Huber. Wenn Lösch-oder Rettungsfahrzeuge zum Beispiel nur über die Bundesstraße 2 und dann südlich des Bahnkörpers anfahren könnten, ginge sehr viel Zeit verloren. Bürgermeister Michael Schanderl müsse sich bei der Bahn durchsetzen, forderte auch Eberhard Uhrich (SPD). Beatrix Obst (FW) regte zudem an, bei der Bahn nachzufragen, ob man das Tonnengewölbe nicht einfach belassen kann.