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Weil es weniger Arbeitslose gibt:Job-Vermittler müssen um ihre Stellen bangen

Die Brucker Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit soll Weilheim zugeschlagen werden - aber nicht mit allen 34 Mitarbeitern.

Die Arbeitslosen im Landkreis Fürstenfeldbruck sollen künftig von der Weilheimer Agentur für Arbeit betreut werden. Die Brucker Geschäftsstelle, die bisher der Münchner Agentur für Arbeit zugeordnet ist, wird nach Angaben der Behörde zwar erhalten bleiben. Die Aussagen von Pressesprecherin Daniela Meier lassen aber darauf schließen, dass Personal abgebaut wird. Die Agentur wird auch in Zukunft in der Geschäftsstelle vor Ort in Fürstenfeldbruck mit ihrem Leistungsangebot von Beratung und Vermittlung unverändert tätig sein", betont Meier. Aufhorchen lässt angesichts des aktuellen Tiefststandes bei der Arbeitslosigkeit allerdings der folgende Satz: "Personalanpassungen werden nur punktuell analog des Rückgangs der Arbeitslosigkeit vorgenommen." In der Brucker Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit sind nach Angaben Meiers derzeit 34 Mitarbeiter beschäftigt, 13 davon in Teilzeit. Sie betreuten im Juli 1743 Bezieher von Arbeitslosengeld eins, 474 weniger als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang von 21,4 Prozent. Zu Entlassungen wird es laut Meier "nach derzeitigem Kenntnisstand" nicht kommen. Noch ist freilich das letzte Wort über die Reform nicht gesprochen. Ob die Geschäftsstelle Fürstenfeldbruck tatsächlich, wie derzeit geplant, der Agentur für Arbeit in Weilheim zugeordnet wird, entscheidet sich laut Meier voraussichtlich am 23. September in einer Sitzung des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Zuvor würden die lokalen Verwaltungsausschüsse der Agenturen dazu gehört, die ihr Votum zu den Planungen abgeben dürften. Das Münchner Arbeitsamt stehe derzeit in engem Austausch mit dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Als Grund für die Reform nennt die Sprecherin der Arbeitsagentur die Entwicklung auf dem Münchner Arbeitsmarkt. Einerseits gebe es qualifizierte Fachkräfte, die bei guter Konjunktur schnell vermittelt werden könnten, andererseits gebe es Menschen, die auch bei bester Konjunktur kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. "Um diese Klientel muss sich die Agentur für Arbeit besonders intensiv kümmern", argumentiert Meier, und da könne eine Dezentralisierung hilfreich sein. Zur Frage, anhand welcher Kriterien die Neuzuordnung der Geschäftsstellen erfolgt und ob Fürstenfeldbruck nicht von der Struktur her besser zum Großraum München passt, wollte sich die Pressesprecherin nicht äußern.