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Weg vom Atomstrom:Komm-Energie stellt auf Wasserkraft um

Stromversorger will von 2012 an nur noch Naturstrom anbieten - und sieht Sparpotential

Die Kunden der Komm-Energie GmbH sollen vom kommenden Jahr an nur noch mit Strom aus Wasserkraftwerken versorgt werden. Das hat der Aufsichtsrat des kommunal-privaten Versorgungsunternehmens laut seinem Vorsitzenden, dem Gröbenzeller Bürgermeister Dieter Rubenbauer, am Montag beschlossen. Woher der Strom kommen soll und ob es dadurch zu Preiserhöhungen kommen könnte, will die Komm-Energie erst bei einem Pressegespräch am Mittwoch erläutern.

"Für 2011 ist kein Ökostrom mehr zu bekommen", sagte Rubenbauer der SZ. Deshalb wird die Versorgung mit Strom aus Wasserkraftwerken in Puchheim, Eichenau und Gröbenzell laut dem CSU-Politiker erst von 2012 an erfolgen. Die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien hatten schon seit längerem die Grünen gefordert, zuletzt hatte sich dem auch die Gröbenzeller SPD-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden und Komm-Energie-Aufsichtsrat Michael Schrodi angeschlossen. Vor allem Komm-Energie-Kritiker Martin Runge hatte immer wieder bemängelt, dass der von dem Kommunalunternehmen angebotene Tarif "Komm-Strom Öko Natur" Strom aus abgeschriebenen Wasserkraftwerken von Eon Bayern sei. Dies ist nach Meinung von Runge kein "Ökostrom", wie er in der Vergangenheit mehrfach betonte. Die Komm-Energie legt für dieses Produkt, das sie für 23,82 Cent pro Kilowattstunde anbietet, allerdings ein vom TÜV Süd ausgestelltes Zertifikat vor. Demnach beliefert Eon Bayern ihre Tochtergesellschaft Komm-Energie mit Strom aus Laufwasserkraftwerken, was vom TÜV kontrolliert werde.

Derweil wollen sich die Anteilskommunen der Komm-Energie dem raschen Tempo der Energiewende angleichen und suchen verstärkt nach Einsparmöglichkeiten. Da die Straßenbeleuchtung als einer der größten Ausgabenposten gilt, hat sich Eichenau mittlerweile entschlossen, erst einmal zwei Straßen mit LED-Leuchten auszustatten.

Auch im Puchheimer Neubaugebiet Wohnpark Roggenstein wurden LED-Lampen installiert. Wie viel Strom dort schon eingespart worden ist im Vergleich zu herkömmlichen Leuchten ist wegen der kurzen Laufzeit noch nicht bekannt. In Puchheim wird zudem geprüft, ob in der Augsburger Straße LED-Technik eingesetzt werden kann. Nach Informationen aus dem Bauamt ist ein entsprechender Antrag auf staatliche Förderung bereits gestellt worden. In Gröbenzell sollen noch in diesem Jahr im Bereich der Finken- und Lerchenstraße die alten Holzmasten mit Freileitungen abgebaut und moderne Strommasten aufgestellt werden, wie der Gröbenzeller Bürgermeister ankündigte.

Rubenbauer selbst und ein Mitarbeiter des Bauamtes waren unlängst zusammen mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Stadtrates von Puchheim einer Einladung der Komm-Energie nach Traunreut gefolgt. Bei der dortigen Firma Siteco, deren Leuchten die Komm-Energie verbaut, wurde die LED-Technologie erläutert und spätabends in einer "Versuchsstraße" auch demonstriert. Rubenbauer betonte, dabei sei keine Vorauswahl für Siteco-Leuchten getroffen worden: "Es ging darum, die Technik anzusehen". Warum keiner der Gröbenzeller Gemeinderäte mitgefahren ist, wusste Rubenbauer nicht. Der Gemeinderat sei eingeladen gewesen.

Die Komm-Energie sieht im Umbau auf LED-Leuchten "viel Potential", wie Geschäftsführer Alois Krammer sagte. Dabei sei es möglich, dass bestimmte alte Masten stehen blieben und nur der Lampenkopf getauscht werde. Auf die Frage, ob der Besuch bei Siteco eine Vorauswahl für die verwendeten Leuchten sei, sagte Krammer, dass die Komm-Energie als Dienstleister der Gemeinden auch die Leuchten anderer Hersteller anbieten würde. "Wir sind nicht mit der Siteco verheiratet." (Kommentar)