Wechsel in der Mobilität Parkplätze sollen Fahrradweg weichen

Maisachs Bürgermeister Hans Seidl kündigt Überprüfung einer Reihe von Straßen an

"Es geht um die Änderung der Mobilität", kündigte Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) in der vergangenen Gemeinderatssitzung an: "Wir tauschen Parkraum gegen Fahrradschutzstreifen." Er brachte einen eigenen Antrag in den Rat ein, um gleich mehrere Straßen in Maisach und Gernlinden daraufhin zu überprüfen, ob dort Fahrradschutzstreifen möglich sind. Folgende Straßen sollen demnächst überprüft werden: Estinger Straße, Hauptstraße, Bahnhofstraße, Alte-Brucker-Straße, Ganghoferstraße, Merianstraße und die Josef-Poxleitner-Allee. Den Bus habe man schon zum Laufen gebracht, so Seidl, jetzt kämen die Fahrradfahrer dran. Die Autobesitzer sollten zukünftig möglichst auf eigenen Grundstücken parken. Die Überprüfung soll mit der zuständigen Polizeiinspektion Olching erfolgen.

Seidl teilte noch mit, dass laut Auskunft der Kfz-Zulassungsstelle Fürstenfeldbruck in den Jahren von 2010 bis 2019 im Gemeindegebiet besonders die Fahrzeuge mit Anhängern stark zugenommen haben. Seidl sicher: "Der Fahrzeugbesatz pro Familie ist bei uns enorm." Der Vorschlag des Bürgermeisters löste bei Barbara Helmers (Die Grünen) Jubel aus. "Das ist eine wunderbare Idee", sagte sie, "der stimmen wir zu". Besonders die Hauptstraße in Maisach gelte es für Fahrradfahrer sicherer zu machen. Verkehrsreferent Ric René Unteutsch (SPD) war da schon skeptischer: "Es besteht die Gefahr, Auto- gegen Fahrradfahrer auszuspielen; da muss man aufpassen." Schließlich bewege man sich im ländlichen Raum. "Parken und Fahrradschutzstreifen sollten sich nicht ausschließen." Vor der einhelligen Zustimmung zum Antrag Seidls wurde in der kurzen Diskussion noch angeregt, auch Germerswang und die dortige Kermarstraße in die Überprüfung mit einzubeziehen.