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Wahlen:Susanne Droth kandidiert für den Bundestag

Orangefarbener Aufsteller im Grünen: Fürstenfeldbrucks FW-Kreisverbandschef Hans Friedl mit der neuen Kandidatin Susanne Droth.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Weil Otmar Tholler krankheitsbedingt verzichten muss, nominieren die Freien Wähler einstimmig die Fürstenfeldbruckerin

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Susanne Droth wird im Wahlkreis Dachau/Fürstenfeldbruck für den Bundestag kandidieren. Die Freien Wähler der beiden Kreisverbände haben die 50 Jahre alte Fürstenfeldbruckerin am Mittwoch nominiert. Sie rückt damit für den Heizungsbaumeister und ehemaligen Sportfunktionär Otmar Tholler nach, der Mitte April als Wunschkandidat ins Rennen geschickt werden sollte, nun aber aus gesundheitlichen Gründen überraschend absagen musste.

Ärzte sollen dem 59 Jahre alten Unternehmer aus Fürstenfeldbruck mit Blick auf Herzprobleme von einem kräftezehrenden Wahlkampf dringend abgeraten haben. Deshalb wurde die erneute Nominierungsversammlung erforderlich, die ebenfalls unter freiem Himmel stattfindet, lediglich eine halbe Stunde dauert und mit einem einstimmigen Ergebnis endet - wenn auch diesmal nicht im Mammendorfer Sportgelände, sondern im Stadtpark von Fürstenfeldbruck. Bevor die 23 stimmberechtigten Mitglieder der neuen Kandidatin gratulieren, wird das vor knapp zwei Monaten einstudierte Prozedere wiederholt. Mammendorfs Bürgermeister Josef Heckl wird wieder zum Wahlleiter bestimmt und die beiden Chefs der Kreisverbände, Hans Friedl (Fürstenfeldbruck) und Martina Purkhardt (Dachau) blicken kurz zurück auf die Vergangenheit der Feien Wähler in Land und Bund und voraus auf das, was man gemeinsam bewegen will. In allen Redebeiträgen schwingt das Bedauern über die Erkrankung Thollers mit und es werden Genesungswünsche ausgesprochen. Gleichwohl bleibt auf der grünen Wiese, zwischen Bäumen und Sträuchern und einem leise plätschernden Springbrunnen Raum für Optimismus und die Gewissheit, in Susanne Droth eine geeignete Ersatzfrau gefunden zu haben.

Mit 50 Jahren will sie in Form der Bundestagskandidatur in eine relativ späte politische Karriere starten. Der Name Droth ist gleichwohl sehr bekannt und Politik in der Familie "schon am Esstisch präsent", wie Susanne Droth sagt. Sowohl ihr Mann Markus als auch ihr Sohn Quirin gehören dem Fürstenfeldbrucker Stadtrat an, die Tochter Veronika dem Stadtjugendrat. Die Droths waren vor der Kommunalwahl von der CSU zu den Freien Wählern gewechselt - Markus Droth ist mittlerweile Vorsitzender der Fraktion. Susanne Droth ist vorzüglich vernetzt und in vielen Bereichen ehrenamtlich engagiert - bei der Heimatgilde, als Übungsleiterin beim TuS, als ehemalige Elternbeirätin, beim Brucker Brettl, Bürgerstiftung, Corona-Nachbarschaftshilfe und als Leiterin einer Kinder-Eventagentur auch beim Gewerbeverband. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie zudem eine Gaststätte - weshalb es auch nahe liegt, dass sie drei Träger mit Getränken zum späteren gemeinsamen Anstoßen gleich selbst mitgebracht hat.

Sie sei als "einziges politisch unbeschriebenes Blatt der Familie" zu dieser Kandidatur gekommen "wie die Jungfrau zum Kind", räumt Susanne Droth unumwunden ein. Sie macht aber auch deutlich, dass sie darin nicht nur eine Pflichtaufgabe sieht, sondern eine Herausforderung. Und dass sie sich "auf eine spannende Zeit" freut, zumal sie voll hinter dem FW-Wahlprogramm stehe. Die Familie setzt auf Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb, Solarenergie und lokales Handwerk und generell auf Bildung - und so ergeben sich die Schwerpunkte von Susanne Droth ganz automatisch. Dabei bleibt sie bescheiden: "Ich muss noch viel lernen und bin dazu auch bereit."

© SZ vom 11.06.2021
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