MeinungKommunalwahl im Landkreis FürstenfeldbruckEs wird pluraler

Kommentar von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck

Lesezeit: 1 Min.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: In zwei Wochen gibt es in einigen Kommunen einen zweiten Anlauf.
Nach der Wahl ist vor der Wahl: In zwei Wochen gibt es in einigen Kommunen einen zweiten Anlauf. Jana Islinger
  • Langzeitlandrat Thomas Karmasin muss nach 30 Jahren erstmals in die Stichwahl, ebenso Bürgermeister Stefan Floerecke in Emmering.
  • Viele Amtsinhaber treten ab, was zu einer größeren Streuung der Wählerstimmen und einer Zersplitterung der politischen Landschaft führt.
  • Die politische Vielfalt nimmt zu durch unabhängige Kandidaten, Linke und AfD, wobei die Ränder im Kreis weniger stark vertreten sind.
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Auf kommunaler Ebene verschieben sich die Prioritäten der Wähler. Die politische Landschaft zersplittert.

Jede Wahl bringt ihre Überraschungen mit sich. Nicht immer sind Wählerinnen und Wähler berechenbar, nicht automatisch bekennen sie sich zu den Amtsinhabern. Das bekam zum ersten Mal nach 30 Jahren Langzeitlandrat Thomas Karmasin zu spüren. Über die Gründe kann spekuliert werden. Wirkt sich eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Politik in Land und Bund auch auf die kommunale Ebene aus? Haben die Wähler nach mehreren Jahrzehnten den Wunsch nach Veränderung? Nach Verjüngung vielleicht? Oder ist es das Auftauchen der AfD, die sich Stimmen nimmt, die früher auf andere entfielen?

Oder ist eine relevante Zahl an Bürgern enttäuscht von der Politik, wie sie in diesem oder jenem Rathaus gemacht wird, und deshalb von der Möglichkeit der Abwahl Gebrauch machen möchte? So dürfte es in der Gemeinde Emmering gewesen sein, wo Bürgermeister Stefan Floerecke ein für einen Amtsinhaber richtig schlechtes Ergebnis eingefahren hat. Das könnte aber auch für Karmasin gelten, den mancher weniger als Gestalter denn als bloßen Verwalter sieht. Beide müssen in die Stichwahl.

Die Wähler verschieben die Entscheidung in den Rathäusern aber auch deshalb, weil ungewöhnlich viele Amtsinhaber abtreten. Vor allem in den einwohnerstarken Kommunen stehen zahlreiche Wechsel an der politischen Spitze an. Und obgleich die jeweiligen Amtsinhaber versuchen, die Kandidierenden ihrer Partei zu unterstützen, entsteht erst einmal eine größere Streuung der Wählerstimmen.

Die politische Landschaft zersplittert. Nicht nur in Bund und Land, sondern auch in den Kommunalgremien. Dort sind unabhängige, nicht parteigebundene Kandidaten längst üblich. Unter dem Dach der Freien Wähler, die vormals gerade in den kleinen Kommunen die Alternative zur CSU waren, sammeln sich längst nicht mehr alle, die es nicht mit den klassischen Parteien halten. Hinzu gekommen sind Linke und die AfD. Doch noch sind die politischen Ränder im Kreis Fürstenfeldbruck weitaus weniger vertreten als anderswo.

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