Im Mai waren auf Olchinger Flur zwei Rotmilane tot aufgefunden worden. Eine Untersuchung hatte bestätigt, dass die Raubvögel mit dem verbotenen Wirkstoff Carbofuran vergiftet wurden. In derselben Zeit wurden mehrere tote Krähen nahe des Fürstenfeldbrucker Ortsteils Aich entdeckt, bei denen ebenfalls der Verdacht auf den illegalen Einsatz von Carbofuran bestand. Wie die Kreisgruppe des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV) jetzt über die sozialen Medien mitteilt, bestätigte sich die Vermutung. Mehrere Saatkrähen kamen offenbar mit Hühnereiern in Kontakt, die mit Carbofuran präpariert gewesen waren und als Köder dienten. Sie wurden am Tatort sichergestellt.
Laut LBV war auch ein toter Rotmilan in der Nähe gefunden worden, bei dem das Gift allerdings nicht nachgewiesen werden konnte. Allerdings deutet dem LBV zufolge auch dieser Fall auf eine Vergiftung hin, da mehrere tote Vögel auf engem Raum gefunden wurden und der Rotmilan verkrampfte Fänge zeigte. Nach Auffassung des LBV kann „schon die kleinste Berührung mit dem hochwirksamen Nervengift zum Tod des Greifvogels geführt haben“.
Das Landratsamt Fürstenfeldbruck bestätigte auf SZ-Anfrage die Ergebnisse zu den Krähen, öffentlich bekannt gegeben hatte es sie nicht. Der Rotmilan ist wie alle Greifvogel- und Eulenarten geschützt, 60 Prozent des weltweiten Bestands brüten in Deutschland. Mit Saatkrähen gibt es wegen ihrer schieren Anzahl in verschiedenen Kommunen des Landkreises Probleme.

