Verschneite Straßen Ein extremer Tag

Mit Eis und Schnee bedeckt, wie hier die Von-Branca-Straße in Gröbenzell, sind am Mittwochmorgen noch viele Straßen im Landkreis.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Eine besondere Wetterlage erschwert die Arbeit der Bauhof-Beschäftigten

Von Ariane Lindenbach, Fürstenfeldbruck

Der angekündigte Wintereinbruch bedeutet für die Mitarbeiter in den Bauhöfen anstrengende Arbeitseinsätze. Sie sind es, die bei Schnee und Eis frühmorgens um drei Uhr ihren Dienst antreten, und Straßen vom Schnee befreien. Dank ihres Einsatzes bekommt die übrige Bevölkerung von etwa fünf Uhr an, wenn die erste Welle des Berufsverkehrs einsetzt, von den lästigen Begleiterscheinungen der kalten Jahreszeit dann kaum noch etwas mit. - Vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit und es schneit nicht ausgerechnet dann, wenn der Winterdienst die Straßen frei räumt. So aber war die Situation am gestrigen Mittwochmorgen.

"Der heutige Tag war eine Extremwetterlage mit starkem Schneefall, Gewitter", erklärt Michael Arndt. Der Leiter des Kreisbauhofes spielt auf den Schneesturm an, der gegen 5 Uhr am Mittwochmorgen mit Blitz und Donner über den Landkreis fegte und neben etlichen Schneeverwehungen vor allen Dingen auch jede Menge neuen Schnee brachte. Und das ausgerechnet zu einer Uhrzeit, zu der allmählich der Berufsverkehr einsetzt und zu der die Männer vom Winterdienst bereits seit ein, zwei Stunden ihre Arbeit verrichten.

So wie in Maisach, wo Bauhofleiter Peter Wendl seine Mannschaft um 3.30 Uhr losgeschickt hatte. Doch zu dieser Stunde seien die Straßen noch frei gewesen. "Da war ja nichts", seine Leute hatten zunächst kaum zu tun. Doch dann, mit dem hereinbrechenden Morgen kam der Schnee.

"Um fünf Uhr hat's zu schneien angefangen, zehn Zentimeter innerhalb von 20, 25 Minuten", berichtet Peter Langenecker. Um derartige Mengen zu beseitigen, brauche seine Mannschaft eben einfach etwas Zeit. Der Brucker Bauhof muss rund 325 Straßen sowie Geh- und Radwege räumen, mit derzeit 25 Mann. Wie Langenecker betont, ist diese Teamstärke ohnehin schon erhöht, den Wetterverhältnissen angepasst; normalerweise werden die zwei Schichten von 17 Mitarbeitern gestemmt.

Auch in Maisach hat Wendl Verstärkung geordert. Im Hinterland helfen nun zwei Privatunternehmen mit insgesamt vier Fahrzeugen beim Schneeräumen; sie haben sich in solchen Situationen bereits in früheren Wintern bewährt. Trotz Verstärkung kann der Winterdienst nicht überall gleichzeitig sein. "Wir haben 120 Kilometer Straßen zu räumen und können mit unseren vier Fahrzeugen nicht alles gleichzeitig geräumt haben", erklärt Arndt die Situation. "Wenn es dann auch noch Schneeverwehungen hat, dann räumt man und zehn Minuten später ist wieder alles weiß." Wenn dann auch noch zur Unzeit viel Schnee fällt, kann es passieren, dass auf den Straßen morgens Schnee liegt. Bis zum frühen Nachmittag allerdings waren die Straßen im Landkreis wieder frei. Die Bauhofmitarbeiter, die in zwei Schichten arbeiten, konnten eine Pause einlegen. Die ist auch nötig. Denn, so Langenecker, " wir gehen davon aus, dass es Morgen Früh so weitergeht".