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Verkehr in Germering:Hoffnung auf Tempo 30 im neuen Baugebiet

Der Hochrainweg ist in schlechtem Zustand. Der Fahrradbeauftragte Thomas Wieser möchte ihn deshalb ausbauen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Durch die Geschwindigkeitsbeschränkung wären Radler auch ohne eigene Wege sicher. Stadtrat beschließt Bebauungsplan einstimmig

In dem Neubaugebiet zwischen Augsburger Straße, Köhlerstraße und Hochrainweg dürfen nach dem Willen des Stadtrats nur heimische Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Das ist in dem Bebauungsplan festgelegt, den der Stadtrat am Dienstag einstimmig beschlossen hat. Der Bund Naturschutz hatte angeregt, aus der Pflanzliste die vorgeschlagenen exotischen Gewächse zu streichen, die Insekten und anderen Tieren keine Lebensräume bieten. So solle dem Artenschwund begegnet werden.

In dem Gebiet sollen sowohl Wohnungen für etwa 350 Menschen errichtet werden als auch Raum für Gewerbebetriebe sein. Stadtrat Hadi Roidl (Grüne) hatte im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss dafür plädiert, die Erschließungsstraße mit Radwegen in beiden Richtungen auszustatten, so dass Radfahrer, Autos und Lastwagen sie gleichberechtigt nutzen könnten. Schon im Ausschuss hatten Stadtbaumeister Jürgen Thum und Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) sich dagegen ausgesprochen. Ihr Argument: Die noch zu bauende Straße werde an die bestehende Emmy-Noether-Straße anschließen, die keine Radwege habe. Das sei nicht sinnvoll. Vor der Stadtratssitzung gab der Fahrradbeauftragte der Stadt, Thomas Wieser, dazu eine Stellungnahme ab. Er schlug vor, lieber den Hochrainweg als Radweg auszubauen. Der sei derzeit ein Feldweg "in schlechtem Zustand, mit zahlreichen Schlaglöchern, eigentlich nicht zu befahren", sagte Wieser der SZ. "Schön ist was anderes." Würde er ausgebaut, würde das die Radroute 1 des Radrings rund um Germering verbessern. Es ergebe sich zwar nur eine geringe, aber logische Abkürzung. Wie Wieser ausführte, verstärkt der Lückenschluss an der Spange zwischen Hörwegstraße und Franz-Schubert-Straße die Anbindung der Route 1 an die Landsberger Straße. Thum zufolge ist davon auszugehen, dass in dem Gebiet Tempo 30 angeordnet wird. Das kann die Stadt allerdings nicht festlegen. Da es ein schlüssiges Gesamtkonzept der Stadt zu Tempo 30 gebe, sei es ziemlich wahrscheinlich, dass es auch im Neubaugebiet angeordnet werde, sagt Haas. Tempo 30 gilt Thum zufolge für Radfahrer als sicher. Barbara Hagmann (Grüne) plädierte gleichwohl für mehr Fahrradstraßen: "Wer im gepanzerten Auto sitzt, muss wissen, dass der Radler gleichberechtigt ist."

Im neuen Wohngebiet wird es Platz für einen Nahversorger geben - Gabriele Off-Nesselhauf (CSU) drückte bei der Sitzung ihre Freude darüber aus und brachte einen Wunsch vor: Es solle ein Laden eingerichtet werden, in dem Menschen mit Behinderung arbeiten könnten. Das könne die Stadt leider nicht beeinflussen, sagte Thum: "Es kommt darauf an, ob ein eventueller Betreiber sich mit dem Besitzer einig wird." Gewerbe-Referent Albert Metz (CSU) wies auf die große Bedeutung hin, die das geplante Gewerbegebiet habe. "Viele Betriebe müssen sich vergrößern - oder Germering verlassen." Er wünsche sich, dass sich dort auch ein Co-working-Raum ansiedle, "das wäre ein großes Plus."

Um den Bebauungsplan aufstellen zu können, musste der Flächennutzungsplan geändert werden. Der Stadtrat votierte einstimmig dafür.