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Verkehr:Dauerthemen auf der Tagesordnung

Bei der Puchheimer Bürgerversammlung gibt es einige Déjà-vu-Momente

Mehr als sieben Jahre ist Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) jetzt im Amt. Die gibt es auch bei Bürgerversammlungen immer wieder Déjà-vu-Erlebnisse für ihn. Besonders die Bewohner von Puchheim-Ort sind dafür bekannt, hartnäckig auf dauerhafte Probleme und Missstände hinzuweisen. Sehr beliebt als Thema ist die Verkehrsampel an der Ecke Augsburger Straße/Fischersiedlung. "Die Grünphase der Ampel ist zu kurz", hob Klaus Albrecht an, "da kommt ein lendenlahmer Radfahrer wie ich kaum aus der Fischersiedlung über die Straße." Das sorgte bei den etwa 80 Besuchern der Bürgerversammlung im katholischen Pfarrheim für Heiterkeit. Albrecht forderte eine Verlängerung der Grünphase "zu Lasten des Durchgangsverkehrs".

Genau diese Funktion soll diese Ampel haben, nämlich die Autofahrer aus Germering, die dort die B2 umgehen wollen, abzubremsen. Die bremsenden Rotphasen dauern jedoch kaum zehn Sekunden und erfüllen in den Augen der "Ortler" damit nicht ihre eigentliche Aufgabe. Seidl lächelte ob dieses Bürgerbeitrages und prognostizierte: "Die Ampel bleibt da und wird auch die nächsten zehn Bürgerversammlungen noch da sein." Albrecht und anderen Bürgern waren auch wenig einsichtig, dass die Alte Bahnhofstraße, die sowieso schon für den Autoverkehr gesperrt ist, mit neuen kostspieligen Schildern "Fahrradstraße" versehen wurde. "Wir wollen, dass mehr Verkehre mit dem Fahrrad in Puchheim abgewickelt werden", erklärte Seidl die Schilder, die auch bedeuten würden, dass dort im Gegensatz zu früher überhaupt keine Autos mehr fahren dürften. "Skater dürfen noch", fügte Seidl hinzu.

Immer wiederkehrend sind auch Fragen zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B2, auf der es auf der Höhe von Puchheim-Ort häufiger zu schweren Unfällen kommt. Jürgen Dreiocker, Chef der Polizeiinspektion Germering, trat ans Mikrofon und verkündete inoffiziell, dass wohl bald Tempo 80 auf der B2 von der Eichenauer Straße in Puchheim-Ort durchgehend bis zur Ausfahrt nach Germering in beiden Richtungen kommen wird. Dreiocker bestätigte, dass täglich 35 000 bis 40 000 Fahrzeuge dort verkehren, betonte aber auch, dass bei den Unfällen nach den Gutachterauswertungen die gefahrene Geschwindigkeit keine Rolle gespielt habe.

Die Frage von Isabel Vorwerg sorgte bei vielen Besuchern wieder für Amüsement. Sie bemängelte, dass der sogenannte Entenbrunnen häufig vermoost ist und ihre Kinder dort ausrutschen würden. "Das ist eine Gefahrenquelle", sagte Vorwerg. Zwischenrufer bezweifelten das. Seidl löste das Problem auf, indem er darauf hinwies, dass Mitarbeiter des Bauhofes jetzt regelmäßig die Brunneneinfassung abbürsten würden.

Andreas Amberger hielt den vorgesehenen Neubau des Vereinsheims des SV Puchheim an der Krautgartenstraße in Höhe von mehr als 800 000 Euro für zu teuer. "Früher haben auch zwei Kabinen gereicht", meinte er. Seidl widersprach ihm und auch Toni Freiberger, der eine Flutlichtanlage für den Fußball-Trainingsplatz wieder mal zur Sprache brachte. Auf fremden Grund mache das keinen Sinn, so Seidl. Der freute sich am Ende der Versammlung über ein Lob von Kuno Saatze, der nach 20 Jahren endlich die Einbahnstraße Schulweg mit dem Fahrrad in die Gegenrichtung befahren kann.