Verkehr Angst vor mehr Autos im Zentrum

Auf Druck der Stadt hat die Brucker Familie Weiß die Neubaupläne für drei Häuser überarbeitet. Um mehr Verkehr rund um den Viehmarktplatz zu vermeiden, sollen die Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage nun aufgeteilt werden

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Dass der riesige oberirdische Parkplatz im Karree zwischen Hauptstraße und Viehmarktplatz sowie Schöngeisinger Straße und Pucher Straße verschwindet, dagegen rührt sich kein Widerstand. Höchst umstritten war die Bebauung mit drei großen Wohn- und Geschäftshäusern aber bislang wegen der Zu- und Abfahrten aus der Tiefgarage. Insgesamt 105 Stellplätze werden unterirdisch ausgewiesen. Die mittlerweile nachgebesserten Pläne sehen vor, den Löwenanteil der in der Tiefgarage geparkten Fahrzeuge auf die Pucher Straße zu leiten und die Zufahrt auf drei Stellen zu verteilen.

Von der Dachterrasse einer der Wohnungen, die vor fünf Jahren in zweiter Reihe an der Hauptstraße errichtetet worden sind, ist die gelb gestrichene Rückfront des ehemaligen Capitol-Kinos (oben) zu sehen

(Foto: Günther Reger)

Weil großformatige und detaillierte Pläne den Stadträten erst einige Tage vor der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses vorlagen, wurde das Thema auf Antrag von Ulrich Schmetz (SPD) mit großer Mehrheit vertagt, um es in den Fraktionen erneut diskutieren zu können. 2010 waren die Pläne des Grundeigentümers Ludwig Weiß bekannt geworden, 2014 folgten die Politiker dann aber Bedenken der Stadtverwaltung, vertagten die Sache und forderten die Vorlage eines Verkehrsgutachtens. Es herrschte Skepsis, ob sich die Ausfahrt mit einem künftig möglicherweise verkehrsberuhigten Bereich rund um den westlich angrenzenden Viehmarktplatz vereinbaren lässt. Vor allem die Ludwigstraße stand damals im Blickpunkt. Von dort aus sollte die Tiefgarage mit 165 unterirdischen Stellplätzen angefahren werden. Auch eine Verbindung mit einer künftigen Tiefgarage unter dem Viehmarktplatz bis hin zu jener unter dem Citypoint seither immer mal wieder vorgeschlagen. Daraus dürfte nichts werden, auch wenn die aktuellen Planungen unter Berufung auf ein Verkehrsgutachten der Münchner Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr Bedenken berücksichtigt.

Die drei dreigeschossigen Häuser mit zusätzlichem, zurückgesetzten Terrassengeschoss bieten auf dem fast 7200 Quadratmeter großen Grundstück Platz für 35 Wohneinheiten mit einer Wohnfläche von etwa 2800 Quadratmetern und Gewerbeflächen im Erdgeschoss von etwa 700 Quadratmetern. Die Tiefgarage soll nun lediglich noch 104 Stellplätze umfassen. Es soll eine gemeinsame Abfahrt über die Pucher Straße geben sowie zwei Zufahrten: über die Ludwigstraße und - für Gäste des Gasthofs Post - über die Schöngeisinger Straße. Eine separate, lediglich auf 20 Fahrzeuge ausgelegte Tiefgarage für Gewerbenutzung sollen Fahrzeuge über die Ludwigstraße anfahren und auch verlassen. Auf den Freiflächen soll ein Kinderspielplatz angelegt werden sowie ein öffentlicher Geh- und Radweg in Nord-Süd-Richtung.

Abgerissen werden soll das 1957 vom Architekten Franz Gickler erbaute Capitol - in zweiter Reihesüdlich der Pucher Straße. Bis 1985 war es in Betrieb und konkurrierte in der Kreisstadt seinerzeit mit Mozartkino, Amper-Lichtspiele und Lichtspielhaus. Übrig geblieben ist heute neben dem modernen Scala in der Buchenau nur noch das Lichtspielhaus an der Maisacher Straße, das von der Stadt aufgekauft, renoviert und verpachtet worden ist. Vor 33 Jahren wurde das gelb gestrichene Haus mit dem Kinosaal des Capitol im Untergeschoss vom Sportgeschäft Intersport Becke übernommen. Inhaber Gerd Waibel ist mit seinen zehn Mitarbeitern bereits in die neuen Räume an der Maisacher Straße 121, dem ehemaligen Autohaus Hecht, umgezogen.