Vereine Sportzentrum soll gebaut werden

In gemeinsamer Sitzung befürworten drei Fachausschüsse die im Brucker Westen geplante Anlage. Sie umfasst drei Fußballplätze, das Sportheim des TSV West sowie Schießstände. Auf die Halle nebst Kegelbahnen wird verzichtet

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Das Sportzentrum III im Westen der Stadt soll gebaut werden. Zwischen Cerveteristraße und Bundesstraße 471 werden zwei Fußballplätze und ein Kunstrasenplatz angelegt. Zudem wird ein Gebäude errichtet, in dem Sportheim und Umkleiden des TSV West sowie Schießstände der Sportschützenvereinigung Platz finden. Verzichtet wird aus Kostengründen auf den Bau der zunächst geplanten Turnhalle für den TuS und auf die im Keller vorgesehenen Kegelbahnen. Drei Fachausschüsse haben sich am Montag in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig für das Projekt ausgesprochen. Die Zustimmung des Stadtrats, der am Dienstagabend (nach Redaktionsschluss) tagte, galt deshalb nur noch als Formalie.

Nördlich der Stadtwerke, die sich auf dem Foto von 2018 noch im Rohbau befinden, wird auf der Grünfläche das neue Sportgelände angelegt - zwischen Bundesstraße 471 (links) und Cerveteristraße (rechts) . Ein Teil der Parkplätze der Stadtwerke soll mitbenutzt werden, das Waldstück rechts erhalten bleiben.

(Foto: Stadtwerke Fürstenfeldbruck)

Geht alles nach Plan, dann könnten die Fußballplätze noch in diesem Herbst angelegt werden und würden damit bereits im Frühjahr 2020 zur Verfügung stehen. Der Vorsitzende des Sportbeirats, Joachim Mack, zeigte sich sehr zufrieden mit der Entscheidung, die im Sinne der Vereine sei. Mit Blick auf die lange Zeit, die seit den ersten Planungen im Jahr 2014 verstrichen ist, mahnte Mack gleichwohl einen möglichst schnellen Baubeginn an.

Die Pläne, an denen die verbliebenen beiden Vereine maßgeblich mitgewirkt haben, sehen im Norden des Grundstücks zwei quer liegende Fußballplätze vor sowie einen weiteren in Nord-Süd-Ausrichtung. Im Westen dieses dritten Platzes soll das Vereinsheim mit den Schießständen gebaut werden - und am Rande der Rothschwaiger Straße etwa 85 Stellplätze für Sportler und Besucher. Der Bereich im Westen des Parkplatzes, der ursprünglich für die Halle vorgesehen war, bleibt frei. Es wird geprüft, ob sich auf der Fläche ein von Andreas Rothenberger (BBV) vorgeschlagener Basketball-Hartplatz sowie ein von Florian Weber (Die Partei und Frei) vorgeschlagenes Beachvolleyballfeld unterbringen lässt. Ebenso wie ein möglicher zusätzlicher Bolzplatz stünden diese Angebote nicht nur den Mitgliedern des TSV West, sondern allen Bruckern zur Verfügung.

Die Details: Drei Fußballplätze, links Sportheim nebst Umkleiden des TSV West sowie Schießstände. Darunter das Geviert, das freigehalten wird, falls in den kommenden Jahren doch noch der Bau einer Halle möglich sein sollte. Einstweilen könnten dort Basketball- und Beachvolleyballplätze angelegt werden. Unten die 85 vorgesehenen Parkplätze.

(Foto: Architekturbüro Batzer)

Bis zum Jahr 2022 hat die Stadt 4,5 Millionen Euro in den Haushalten eingestellt. Noch freilich könnte die Kommunalaufsicht, die auch den aktuellen Haushalt prüft, der Stadt einen Strich durch die Rechnung machen. Inwieweit sie mit Blick auf die Verschuldung erneut Kürzungen bei geplanten Investitionen anmahnt, dürfte sich in den nächsten Tagen zeigen. Die Vereine müssten sich in jedem Fall mit einem Eigenanteil beteiligen (Kasten), zudem ist mit Zuschüssen des Sportverbandes sowie des Sportschützenbundes zu rechnen. Bis zur Auszahlung der Zuschüsse will die Stadt den Vereinen Darlehen in Aussicht stellen. Für den laufenden Unterhalt müssten die beiden Vereine sodann selbst aufkommen. Die Stadt gewährt bei Bedarf aber üblicherweise Zuschüsse.

SPD warnt vor böser Überraschung

Die SPD-Fraktion warnt vor einer bösen Überraschung für die beiden Vereine, die als Bauträger auftreten und darauf vertrauen, dass Stadt und Verbände den finanziellen Löwenteil schultern. Mirko Pötzsch und Walter Schwarz wiesen in der Sitzung darauf hin, dass auf die Vereine höhere Belastungen zukommen könnten als kalkuliert. Oberbürgermeister Erich Raff und die Mehrheit in den Ausschüssen lehnten es ab, sich eingehend mit dem Regelwerk des Sportverbandes sowie den städtischen Sportförderrichtlinien zu beschäftigen. Pötzsch bekräftigte der SZ gegenüber am Dienstag seine Vorbehalte. So treffe es nicht zu, dass der Bayerische Sportverband abzüglich des zehnprozentigen Eigenanteils der Vereine etwa 30 Prozent der Baumaßnahme finanziere. Im einschlägigen Regelwerk heißt es: "Die Zuwendung beträgt bis zu 30 Prozent der einzeln ermittelten zuwendungsfähigen Ausgaben." Nicht zuwendungsfähig seien aber beispielsweise ausdrücklich Aufenthaltsräume, Zuschaueranlagen, Parkplätze und Bereiche, "die in eine ständige Gaststättenkonzession oder Schankerlaubnis einbezogen sind". Pötzsch zitiert einen weiteren Abschnitt des Regelwerks: Die Grenze für förderfähige Baumaßnahmen liege "bei 16 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben." Das bedeute, dass nichts werde aus einer 30-prozentigen Förderung der Gesamtmaßnahme. Selbst wenn die Stadt die Lücke finanziell kompensieren könnte, wären ihr wohl durch die eigenen Förderrichtlinien die Hände gebunden. Darin heißt es: "Nicht beihilfefähig sind Aufwendungen für Zuschaueranlagen, Gaststätten sowie für sonstige Einrichtungen, die nicht unmittelbar für die Sportausübung bestimmt sind." Die SPD kommt zum Schluss, dass Ungemach auf die Vereine zukommt, sofern die städtischen Förderrichtlinien nicht geändert werden oder die Baumaßnahme separat bezuschusst wird.slg

Die SPD-Fraktion begrüßte es, dass auf die Turnhalle verzichtet wird. Vor allem Finanzreferent Walter Schwarz hatte wiederholt die Meinung vertreten, die Stadt könne sich das auf mehrere Millionen Euro veranschlagte Projekt nicht leisten. Letztlich wurde die Halle im vergangenen Jahr auf Druck der Kommunalaufsicht aus dem Haushalt gestrichen - die Stadt schlittere zu tief in die Verschuldung und der Bau von Sportanlagen sei keine Pflichtaufgabe der Kommunen, hieß es. Auch der TuS hätte offenbar den geforderten Eigenbeitrag nicht stemmen können. Wahrscheinlich muss sich der TuS nun gedulden, bis die Bundeswehr 2023 abzieht und dann ihre Sportanlagen nebst Halle zur Verfügung stehen.

Die SPD legte am Montag einen eigenen Entwurf vor, der sich in der Ausrichtung der Fußballplätze unterscheidet (zwei der Plätze in Längsrichtung am Rande der B 471) und in dem das Sportheim nebst Umkleiden und Schießständen etwas zentraler im Osten des Areals platziert wäre. Walter Schwarz signalisierte aber, dass man auch dem von den Vereinen favorisierten Konzept zustimmen werde, um einen Beschluss mit möglichst großer Mehrheit fassen und anschließend die Arbeiten ausschreiben zu können. Vor einem Baubeginn wird ohnehin nochmals über die genaue Situierung zu reden sein.

Unbefriedigend ist die Lage der Kegler, die nun nicht zum Zuge kommen, obwohl sie auf absehbare Zeit das sanierungsbedürftige Untergeschoss der Amperoase räumen müssen. Das Frauenteam ist jüngst in die Zweite Bundesliga aufgestiegen. Für Heimspiele wird es nun wohl nach Augsburg ausweichen.