Süddeutsche Zeitung

Vereidigung:Mit 20 in den Stadtrat

Lesezeit: 2 min

Fürstenfeldbrucks Oberbürgermeister vereidigt Quirin Droth. Der Sohn des Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzenden ist 59 Jahre jünger als Franz Neuhierl, der das Mandat aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hat

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Der eine kommt, die andere geht: Oberbürgermeister Erich Raff hat am Dienstag vor der Stadtratssitzung Quirin Droth als neuen Stadtrat vereidigt und die langjährige Kämmerin Susanne Moroff offiziell verabschiedet.

Quirin Droth ist mit seinen 20 Jahren aktuell der jüngste Stadtrat und möglicherweise sogar in der Stadthistorie - eine Recherche der Stadtverwaltung bestätigt dies zumindest für die Zeit seit 2002. Droth rückt für den bisherigen Stadtratsältesten Franz Neuhierl, 79, in die vierköpfige Fraktion der Freien Wähler nach. Neuhierl hatte sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen ein Jahr nach Beginn der Amtsperiode abgegeben. Quirin Droth hat bereits politische Erfahrung im Stadtjugendrat gesammelt. Gemeinsam mit seinem Vater, dem FW-Fraktionsvorsitzenden Markus Droth, und seiner Mutter Susanne war er vor der vergangenen Kommunalwahl von der CSU zu den Freien Wählern gewechselt.

Droth junior hat am Viscardi-Gymnasium Abitur gemacht und absolviert eine Ausbildung zum Anlagenmechatroniker. Politische Erfahrung sammelte er im Stadtjugendrat, den er wegen des Aufrückens in den Stadtrat verlassen musste. Dem Jugendgremium gehört weiterhin seine Schwester Veronika an. Bekannt wurde Droth im Fasching 2013 als Kinderprinz Quirin I. der Heimatgilde. Die Vereidigung durch Oberbürgermeister Erich Raff (CSU), der seine Amtskette umgelegt hatte, absolvierte Droth routiniert, auch wenn er kurz Heiterkeit im Gremium auslöste, als er während der Eidesformel kurz den Faden verlor. Per Handschlag begrüßte ihn Vater Markus dann im Kreise der Fraktion.

Im Stadtrat sind verwandtschaftliche Beziehungen keine Seltenheit. So gehörte dem Gremium mit Maria Röhl lange die Schwester des damaligen Oberbürgermeisters Sepp Kellerer an. Nach dem Rückzug Kellerers kandidierte sein Sohn Martin erfolgreich. Und in der gesundheitsbedingt kurzen Ära von OB Klaus Pleil gehörte auch dessen Bruder Dieter dem Stadtrat an. In anderen Gemeinden gibt es auch schon Vater-Sohn-Gespanne. Etwa in Jesenwang, wo Bürgermeister Erwin Fraunhofer sein Sohn Markus im Gemeinderat gegenübersitzt. Oder in Emmering, wo Ex-Bürgermeister Michael Schanderl und sein Sohn Valentin in den Gemeinderat gewählt wurden, ebenso wie Werner Öl und Sohn Tobias. Durch das Ausscheiden Neuhierls wird auch ein Platz im Aufsichtsrat der Stadtwerke frei, der laut Mehrheitsbeschluss (gegen die Stimme von Hans Schilling, CSU) nun von Markus Droth besetzt wird. Einen Interessenskonflikt wegen des ehrenamtlichen Engagements beim "Bürgerprojekt Solar" konnte Stadtjurist Christian Kieser nicht erkennen.

Für Kämmerin Susanne Moroff war es nach neun Jahren die letzte Stadtratssitzung vor ihrem Wechsel nach Neu-Ulm. Raff bescheinigte der 55 Jahre alten Diplom-Verwaltungswirtin, Fürstenfeldbruck immer gut durch alle finanziellen Krisen geführt zu haben. Moroff zieht es zurück in die schwäbische Heimat. In Neu-Ulm war sie im März einstimmig zum berufsmäßigen Stadtratsmitglied gewählt worden. In der 60 000-Einwohner-Stadt an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg übernimmt sie am 1. August die Leitung des Dezernats Finanzen, Immobilienmanagement und Wirtschaft.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.5298696
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 20.05.2021
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.