Unzufrieden mit Rathauschef Allings Zweiter Bürgermeister verlässt die CSU

Hans Schröder bildet künftig eine "Ein-Mann-Fraktion" im Allinger Gemeinderat.

(Foto: Günther Reger)

Dem Austritt von Hans Schröder gehen ein Streit um Frederik Röders Amtsführung und der Ausschluss aus der Fraktion voraus

Von Manfred Amann, Alling

Im CSU-Ortsverband Alling knirscht es seit Monaten gewaltig. Ursache dafür ist ein veritabler Streit zwischen Bürgermeister Frederik Röder und seinem Stellvertreter Hans Schröder um die Amtsführung des Gemeindechefs, der darin gipfelte, dass sich die CSU-Ratsmitglieder auf Röders Seite schlugen und Schröder vor einigen Tagen aus der Fraktion warfen. Der Ausgeschlossene wiederum wird "nach längeren Überlegungen" den Christsozialen nun den Rücken kehren. "Ich werde aus der CSU austreten", sagte der Vizebürgermeister im Gespräch mit der SZ. Er hadere schon länger mit der Partei, dass ihm die Orts-CSU nun in den Rücken gefallen sei, habe den Anstoß zum Austritt gegeben. Die Allinger CSU verliert damit einen ihrer stärksten Stimmensammler bei den Kommunalwahlen. Mit Schröders Austritt aus der Partei habe man nicht gerechnet, gab Fraktionsvorsitzender Hermann Dejako zu, und auch der CSU-Ortsvorsitzende Josef Strouhal hatte gehofft, dass Schröder der Partei die Treue hält. Man habe lediglich für Ruhe sorgen wollen, um die letzten eineinhalb Jahre der Wahlperiode noch konstruktiv arbeiten zu können. "Es bringt nichts, wenn einer nur noch nörgelt", sagte der Fraktionsvorsitzende.

Der Streit zwischen Röder und Schröder geht zurück auf die Zeit, als es um die Wasserversorgung ging. Er habe damals kritisiert, wie der Bürgermeister die Übertragung der Allinger Wasserversorgung an den Zweckverband anpackt, dass er die Bürger nicht einbindet und zu wenig informiert, blickt Schröder zurück. Sein Vorschlag, ein Ratsbegehren anzustrengen und im Vorfeld umfassend über Vor- und Nachteile der Übergabe zu informieren, sei abgelehnt worden. "Die Folgen haben nun die Bürger zu tragen." Da er nicht habe nachgeben wollen, habe ihm Röder nahegelegt, sein Amt als Zweiter Bürgermeister aufzugeben oder gleich aus beruflichen Gründen den Gemeinderat zu verlassen. Röder sagte dazu, er habe seinem Vize nahegelegt, das Amt niederzulegen, wenn er nicht mehr klar komme, und dass er von einem Fraktionsmitglied, das auch noch Stellvertreter des Bürgermeisters sei, "Loyalität in der Sache" erwarte und nicht ständige Querschüsse.

Schröder kritisiert weiterhin, er werde seit der Auseinandersetzung "gemobbt und geschnitten, wo es nur geht". Röders Amtsführung sei sehr "ichbezogen", Informationen würden bewusst vorenthalten oder nur "gefiltert" weitergegeben und die Rathausmitarbeiter dürften mit ihm, Schröder, nicht über Sachthemen und Verwaltungsangelegenheiten sprechen. Außerdem dürfe er keine Gratulationen mehr übernehmen, habe keinerlei Zugang zu Unterlagen und werde von Fraktionsleiter-Sitzungen ausgeschlossen. "Sollte ich den Bürgermeister vertreten müssen, hätte ich keinerlei Wissen. Wie soll man so sein Amt korrekt ausführen", klagt Schröder. Zweiter Bürgermeister will er trotz des Austritts aus der CSU bleiben, ebenso Gemeinderat, als "Einzelkämpfer". "Unter meinem abgelegten Eid verstehe ich, zum Wohle der Gemeinde Alling und der Bevölkerung, und nicht zum Wohle oder für das Ansehen von Bürgermeister Röder" einzutreten, sagt der 53 Jahre alte Elektromeister.

Röder indes weist die Vorwürfe zurück. "Ich mobbe ihn nicht." Informationen würden in Fraktionsleiter-Besprechungen fließen und dann an die Gemeinderäte weitergegeben. Selbstverständlich würden die beiden Stellvertreter eingespannt und informiert. "Was ich nicht akzeptieren kann", seien persönliche Angriffe und Verunglimpfungen, die Schröder in sozialen Netzen verbreite, sagte der Rathauschef. Dejako kommentierte dazu: "Röder geht seinen Weg und hat sicher einen eigenen Führungsstil." Nicht auszuschließen ist, dass Schröder bei den Kommunalwahlen 2020 selbst nach dem Bürgermeisteramt strebt. "Ich traue mir das Amt zu, aber ich führe auch erfolgreich einen Elektrobetrieb. So einfach wäre das also nicht", erklärte er. Schröders Ansicht nach soll Röder aber nach drei Amtsperioden im Rathaus abtreten.