Unterricht in der Pandemie:Vom Wert der Schule

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Welchen wichtigen Beitrag Schulen für die Gesellschaft leisten, ist in der Pandemie vielen in der Gesellschaft bewusster geworden. Danach muss nun auch gehandelt werden

Kommentar von Gerhard Eisenkolb

Es ist schade, dass es erst einer Krise wie der Coronapandemie bedurfte, damit mehr Menschen schätzen lernten, welch wichtigen Beitrag Schulen und Lehrkräfte für eine Gesellschaft leisten. Es wäre schön, wenn diese Erkenntnis nicht wieder dem Vergessen anheim fällt, sollte das Coronavirus irgendwann besiegt sein. Dieser Anspruch sollte insbesondere für den Landkreis Fürstenfeldbruck gelten, der sich zu Recht als Schulstandort mit einem umfassenden Bildungsangebot definiert.

Wer ein solches Selbstverständnis hat, muss dementsprechend handeln. Das geschah über Jahrzehnte nur halbherzig, da einige der weiterführenden Schulen kaputt gespart wurden. Dieser Kurs hat sich zwar geändert. Es wird neu gebaut, umgebaut und vieles saniert. Vom alten Sparkurs sind der Landrat und die ihn stützende Mehrheit im Kreistag als Träger der weiterführenden Schulen noch nicht ganz abgerückt. Weil man den rechtzeitigen Einbau von mit Zuschüssen von 50 Prozent geförderten Corona-Luftfiltern nicht für effektiv genug hielt, folgte die Mehrheit dem Vorschlag des Landrats und lehnte dieses Ansinnen im Sommer ab. Das war ein Fehler. Deshalb muss nun im zweiten Coronawinter vor, in der Mitte und nach jeder Schulstunde regelmäßig länger durchgelüftet werden. Und die Schüler werden wieder dazu animiert, sich nicht nach der neuesten Mode, sondern nach dem Zwiebelprinzip mit mehreren Schichten warm anzuziehen.

Zugegeben, es gibt Schlimmeres, als alle 20 Minuten Fenster öffnen und frösteln zu müssen. Aber es ist ja oft nicht nur die Ausstattung wie die zur Umsetzung der Digitalisierung mangelhaft, sondern es fehlt auch immer wieder an einer ausreichenden Zahl an Lehrkräften, was ebenfalls seit Längerem kritisiert wird. Weil Pädagogen wissen, dass mit Bildungslücken infolge von Coronabeschränkungen Zukunftschancen verspielt werden, nehmen sie zurzeit viele Belastungen in Kauf, nur um den Präsenzunterricht zu gewährleisten. Ja, Lehrer ergreifen ihren Beruf auch, weil sie für ihre Schüler das Beste wollen. Das sollte man nicht vergessen, wenn Politiker wieder einmal darüber streiten, wie viele Kinder in einer Klasse einer Lehrkraft zugemutet werden dürfen. Und an noch etwas sollte man denken, wenn es um die Finanzierung der Schulen geht. Viele, die später im Leben und Beruf erfolgreich sind, verdanken das unter anderem auch einer Lehrkraft, die ihr Potenzial erkannte, sie förderte und ihr Interesse an bestimmten Fächern weckte.

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